Ungezieferbekämpfung

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Sie dürfen in Ihrer Betriebskosten-Abrechnung nur die Kosten für einen Kammerjäger ansetzen, wenn es sich dabei um regelmäßig anfallende Kosten handelt. Und auch dann nur, wenn das Ungeziefer auf Gemeinschaftsflächen bekämpft wird, also nicht in einer einzelnen Mieterwohnung (LG München I, Urteil v. 05.12.2000, 20 S 19147/00, WM 2001, S. 245, Schabenbefall in einer Wohnung).

Zu den Gemeinschaftsflächen zählen der Zugangsbereich, der Flur, die Treppe, der Keller, der Bodenraum oder die Waschküche.

Regelmäßig bedeutet nicht, dass die Kosten jährlich anfallen müssen. Vielmehr reicht ein Turnus von mehreren Jahren aus.

Daher dürfen Sie in größeren Mietobjekten, in denen von Zeit zu Zeit Ungezieferbekämpfungsmaßnahmen durchgeführt werden müssen, die dafür anfallenden Kosten auf die Mieter umlegen (AG Köln, Urteil v. 16.12.1992, 203 C 483/92).

Ein Richter in Offenbach brach jedoch auch für kleinere Mietobjekte eine Lanze. Der Vermieter könne schließlich nicht gezwungen werden, regelmäßig vorbeugende Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen durchzuführen, nur um dadurch umlagefähige Kosten zu erhalten (AG Offenbach, Urteil v. 20.09.2001, 34 C 132/01, NZM 2002, S. 214).

Damit würde der Vermieter gezwungen, unnötige Kosten zu produzieren, nur damit er diese als Betriebskosten deklarieren kann. Gerade dies liegt nicht im Mieterinteresse!

Das Urteil des Richters lautete deshalb: Der Vermieter darf auch die Kosten für eine einmalige Schädlingsbekämpfung umlegen.

Wissen müssen Sie: Tauchen die Tierchen in einer einzelnen Mie­terwohnung auf, muss der sie ­bekämpfen, der dafür verantwortlich ist! Erstrecken sich also Un­geziefer-Beseitigungsmaßnahmen (auch) auf einzelne Wohnungen, müssen Sie diese Kosten aus den Gesamtkosten herausrechnen.

Den Bienenstock im Dachstuhl oder das Wespennest am Hauseingang müssen Sie dagegen auf Ihre Kosten beseitigen (AG Freiburg, Urteil v. 09.06.1993, 5 C 1738/93, WM 1997, S. 471). Der Grund: Dabei handelt es sich um selten anfallende Maßnahmen, die nicht umlagefähig sind!

Ebenso zählt die Holzbockbe­kämpfung zu den nicht umla­gefähigen Instandhaltungskosten, ebenso die Nachschau.

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