Hausmeisterkosten, Höhe

Hauswartkosten dürfen Sie nur umlegen, wenn seine Beschäftigung überhaupt sachlich gerechtfertigt ist. So beispielsweise wenn Sie altersbedingt von Ihrer Eigen- auf Fremdreinigung umstellen wollen. Doch es spielt auch die Größe der Anlage eine Rolle! So soll in einem Wohnhaus mit nur 4 Wohneinheiten kein Hausmeister sachlich gerechtfertigt sein (AG Erfurt, Urteil v. 18.05.2001, 28 C 565/00, WM 2003, S. 358). Dagegen sollen täglich 4 Stunden bei einem Objekt mit 3 098 m2 angemessen sein (LG Köln, WM 1992, S. 258).

Die Höhe der Kosten, die Sie auf Ihren Mieter umlegen wollen, muss dem Gebot der Wirtschaftlichkeit entsprechen. Das bedeutet, dass Sie keinen überteuerten Hausmeister-Dienst in Anspruch nehmen dürfen.

Das Amtsgericht Köln hat entschieden, dass diese bei 0,26 EUR monatlich pro m2 Wohnfläche liegen. Das Landgericht Wuppertal hat entschieden, dass 0,50 EUR monatlich pro m2 Wohnfläche zwar über dem ortsüblichen Maß liegen, jedoch bei einer großen Wohnanlage noch keinen Verstoß gegen das Gebot sparsamer Wirtschaftsführung darstellen (Urteil v. 02.03.1999, 16 S 280/98, WM 1999, S. 342).

Das Amtsgericht Frankfurt/Main war da wesentlich strenger (Urteil v. 05.06.2002, 33 C 4255/01 - 28, WM 2002, S. 377).

Einem Mieter dort waren die Hausmeisterkosten in Höhe von insgesamt 735,67 EUR im Jahr zu hoch. Das Gericht rechnete dem Vermieter daraufhin vor, wie viel er maximal vom Mieter nehmen dürfte. Es kam auf 51,13 EUR im Monat.

Wie das Gericht rechnete? Es orientierte sich am Betriebskostenmittelwert des Mietspiegels. Danach hätte der Vermieter nur 0,13 EUR pro Monat und m2 für Hausmeisterdienste ausgeben dürfen. Tatsächlich hatte er aber 1,05 EUR pro Monat und m2 in den Hausmeisterdienst investiert - viel zu viel, wie das Gericht ihm per Urteil bescheinigte!

Weichen Ihre Hausmeisterkosten erheblich von den Durchschnittswerten ab, müssen Sie wegen des Gebots der Wirtschaftlichkeit die hohen Kosten begründen und nachweisen können, dass sie erforderlich waren.

Wichtig: Will Ihr Mieter wissen, wie viel der Hausmeister verdient, müssen Sie ihm seine Lohn- und Gehaltsabrechnung vorlegen (LG Berlin, Urteil v. 05.05.2005, 63 S 416/02, GE 2006, S. 849)!

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