Abrechnung, Verspätungsgründe

Stichworte zu diesem Thema

Grundsätzlich gilt die Faustregel: Sie müssen sich bemühen, dass Sie die für die Abrechnung notwendigen Unterlagen rechtzeitig erhalten. Verzögerungen aus Ihrem Rechtskreis (z. B. Reinigungsunternehmen oder Abrechnungsdienst rechnen zu spät ab) haben Sie zu vertreten.

Sie müssen sich deshalb mit Nachdruck darum bemühen, dass Sie die Rechnungen rechtzeitig erhalten, und dürfen auf keinen Fall untätig bleiben! Drohen Sie mit etwaigen Schadenersatzansprüchen für den Fall, dass Sie wegen der fehlenden Rechnung nicht rechtzeitig abrechnen können!

Teilen Sie Ihrem Mieter parallel dazu mit, dass und warum sich Ihre Abrechnung verzögert.

Sie dürfen trotz abgelaufener Jahresfrist für die Betriebskosten-Abrechnung nur noch vom Mieter etwas nachfordern, wenn Sie für die verspätete Geltendmachung einen Entschuldigungsgrund vorbringen können (§ 556 Abs. 3 Satz 3 Halbsatz 2 BGB).

Der typische Fall: Die Grundsteuer oder andere Abgaben wurden erst nach Ablauf der Abrechnungsperiode behördlich festgesetzt.

Als unverschuldete Verspätung zählt auch z. B., wenn Sie Ihre Abrechnung rechtzeitig zur Post gegeben haben, es dort aber zu einer unerwarteten Verzögerung kommt.

Haben Sie Ihre Abrechnungsfrist unverschuldet versäumt, müssen Sie diese entsprechend § 560 Abs. 2 BGB bis spätestens mit Beginn des auf die Erklärung folgenden übernächsten Monats nachholen (BGH, Urteil v. 05.07.2006, VIII ZR 220/05, NZM 2006, S. 740).

Siehe auch Postweg

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