Dienstag, 17.09.2013 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Michael Schütze - Fotolia.com

Wohngebäudeversicherung wechseln: Woran Sie unbedingt denken sollten

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Worum geht´s
  • Streit im Schadensfall beim Versicherungswechsel
  • Wann Sie unbedingt die Zustimmung Ihrer Bank für den Versicherungswechsel benötigen
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Mal eben schnell die Wohngebäudeversicherung wechseln, weil ein anderer Versicherer günstiger ist. Geht das so einfach? Eigentlich schon - wenn Sie sich rechtzeitig um die Zustimmung Ihrer Bank kümmern und der Wechsel nahtlos erfolgt. Sonst kann es Ihnen passieren, dass weder die alte noch die neue Versicherungsgesellschaft für den Schaden aufkommen wollen.

Ein Versicherungsnehmer hatte seinen Wohngebäudeversicherer gewechselt. Der neue Vertrag schloss nahtlos an den alten Vertrag an.

Doch als es zum Schadensfall kam, wollte keine der beiden Versicherungen zahlen. Der Bund der Versicherten kritisiert das Regulierungsverhalten der Wohngebäudeversicherer in einer aktuellen Pressemitteilung.

Gericht gibt Wohngebäudeversicherer Recht

Was war passiert? Ein Versicherungsnehmer hatte seinen Wohngebäudeversicherer gewechselt. Der neue Vertrag schloss nahtlos an den alten Vertrag an. Ein Jahr später entdeckte der Versicherte einen Leitungswasserschaden in seiner Küche.

Den genauen Schadenszeitpunkt konnte weder ein Gutachter noch der Versicherte nachweisen. So lehnten beide Versicherungen die Regulierung ab! Zu Recht, wie aus einem Urteil des Oberlandesgerichtes Celle vom 10.5.2012 - Az.: 8 U 213/11 – hervorgeht.

Unklarer Schadenszeitpunkt führt zur Rechtsunsicherheit

Tobias Weissflog, Vorstandsvorsitzender des Bundes der Versicherten, kritisiert das Verhalten der Wohngebäudeversicherer und fordert umgehend, eine Lösung ohne Benachteiligung des Versicherungsnehmers zu finden.

„Im Zweifel“, so Weissflog, „müssen sich die Versicherungsunternehmen den Schaden teilen. Sollte die Versicherungswirtschaft in diesen Fällen nicht zu einer sachgerechten Lösung kommen, muss der Gesetzgeber handeln und beide Gesellschaften gesamtschuldnerisch in die Verantwortung nehmen.“

Wohngebäudeversicherung: An was "Wechsler" denken sollten

Falls Sie die Wohngebäudeversicherung wechseln wollen und noch einen Kredit für das Haus "abstottern", der mit einer Hypothek oder Grundschuld abgesichert ist, sollten Sie an Folgendes denken: Um die Gebäudeversicherung (Feuerversicherung) zu wechseln, benötigen Sie von Ihrer Bank (Realgläubiger) die Zustimmung.

Für den Versicherungswechsel brauchen Sie die Zustimmung Ihrer Bank

Die Zustimmung desjenigen, zu dessen Gunsten die Grundschuld bzw. Hypothek eingetragen ist (meist die kreditgebende Bank), müssen Sie im Rahmen der Kündigung Ihrem aktuellen Versicherer vorlegen (siehe auch: Versicherungsvertragsgesetz § 144). Ansonsten ist Ihre Kündigung unwirksam!

Kommentare (2)

5.10.2013, 10:44 Uhr von Matulla Profil ansehen
sehr guter, informativer Beitrag.
19.9.2013, 11:36 Uhr von lolo Profil ansehen
Seltsame Rechtsprechung, denn welcher Bewohner würde über ein Jahr mit einem Wasserschaden leben, nur um dann die Regulierung einem neuen Versicherer aufzubrummen. Wo bleibt da der gesunde Menschenverstand?
News: Die Wohngebäudeversicherung gehört zu den Pflichtpolicen eines jeden Immobilieneigentümers. Vor Abschluss sollten die Eigentümer verschiedene Anbieter vergleichen, denn die Preis- und Leistungsunterschiede sind enorm.
News: In den neuen Musterbedingungen für die Wohngebäudeversicherung ist der Schutz gegen Naturgefahren enthalten. Bislang wurde dafür ein separater Vertrag abgeschlossen. Der Bund der Versicherten sieht hinter der Neuregelung Geldmacherei.

 meineimmobilie.de-Tipp

Ein Preisvergleich bei Hausversicherungen ist für Sie als Vermieter oder Hausbesitzer wichtig, denn je nach Versicherungsunternehmen können die Kosten sehr stark auseinandergehen.

 

Wichtig: Lesen Sie sich genau die Versicherungsbedingungen durch, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben und denken Sie bitte daran, sich rechtzeitig um die Zustimmung Ihrer Bank wegen des Versicherungswechsels zu kümmern!