Sonntag, 26.07.2015 | Autor: heihec, Foto: © Thomas Francois - Fotolia.com

Sturmschäden: Welche Versicherung zahlt

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Worum geht´s

Welche Versicherung bei Sturmschäden hilft.

Stürmische Sommergewitter: Während es draußen stürmt, können Sie als Hausbesitzer ruhig bleiben, sofern Sie eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen haben. Allerdings deckt die nicht alle Sturmschäden ab. 

Doch welche Versicherung deckt welche Schäden ab? Hier finden Sie die Antworten auf die 5 wichtigsten Fragen rund um die Versicherung in stürmischen Zeiten.

Hausbesitzer sollten sich unbedingt gegen Unwetter absichern. Eine Wohngebäudeversicherung gehört zu den wichtigsten Policen. Doch auch eine Hausrat-, eine Elementarschaden- sowie eine Kfz-Versicherung könnten von Vorteil sein. Lilo Blunck, Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten, gibt Antworten auf die 5 wichtigsten Fragen rund um die Versicherung.

Frage: Die Wohngebäudeversicherung gehört zu den wichtigsten Policen des Haus- oder Wohnungseigentümers. Sind Sturmschäden darin automatisch enthalten?

Lilo Blunck: Nicht immer. Welche Gefahren versichert sind, wird bei Abschluss vereinbart. Üblich ist, dass Feuer, Leitungswasser, Hagel und Sturm aufgenommen werden. Der Versicherer zahlt beispielsweise für abgedeckte Dächer, zerstörte Schornsteine oder Schäden am Haus durch umgefallene Bäume. Voraussetzung ist allerdings, dass Windstärke 8 geherrscht hat.

Frage: Wie verhält sich der Hausbesitzer am besten nach einem Schadensfall?

Lilo Blunck: Wichtig ist, alles zu tun, damit das Ausmaß nicht noch größer wird. Der Hausbesitzer hat nämlich eine sogenannte Schadenminderungspflicht. Er muss beispielsweise ein zerbrochenes Fenster abdichten, damit es nicht rein regnet. Sofort danach den Umfang dokumentieren zum Beispiel durch Foto- oder Filmaufnahmen. Ebenso entscheidend ist es, den Schaden dem Versicherer so schnell wie möglich zu melden.

Frage: Zahlt die Wohngebäudeversicherung auch für vollgelaufene Keller?

Lilo Blunck: Nein, sie kommt nur für Leitungswasserschäden auf. Beim vollgelaufenen Keller durch Regen oder Hochwasser hilft allenfalls eine Elementarschadenversicherung, die aber zusätzlich abgeschlossen werden muss. Übrigens gibt es die bisweilen auch als Ergänzung zur Hausratversicherung.

Frage: Wer bezahlt Elektrogeräte, die durch Überspannung nach einem Blitzeinschlag zerstört worden sind?

Lilo Blunck: Wenn der Blitz direkt ins Haus einschlägt, zahlt die Hausratversicherung. Schlägt er woanders ein und entsteht dadurch eine Überspannung, die zum Schaden führt, dann übernimmt sie die Kosten nur bis zu einer bestimmten Höhe.

Frage: Und wenn das Unwetter Schaden am Auto verursacht?

Lilo Blunck: Sturm- und Hagelschäden werden von der Teilkaskoversicherung übernommen. Erfreulich: Die Versicherung wird nach einem Schaden nicht hochgestuft. Auch bei Überschwemmungen ist das Auto versichert. Aber: Wer Überschwemmungsgebiete nach Aufforderung durch die Polizei nicht verlässt, handelt möglicherweise grob fahrlässig und bekommt den Schaden nur anteilig ersetzt.

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Dieser Sommer bringt nicht nur enorme Hitzerekorde mit sich, sondern auch rekordverdächtig große Hagelkörner. Die Hagelstürme der vergangenen Tage, die mancherorts Dächer, Fenster und sogar Wärmedämmverbundsysteme auf Hausfassaden durchschlagen haben, werden sicher nicht die letzten gewesen sein.
MEHR WISSEN: Der Sturm ist vorüber und Ihr Garten verwüstet. Das aufräumen, entsorgen und neu pflanzen kostet Sie eine Menge Geld. Können Sie die Rechnung als Betriebskosten auf den Mieter umlegen?
Diese Kosten zählen zu den Kosten der Sach- und Haftpflichtversicherung ...
Umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer, überschwemmte Keller: Herbststürme wie "Christian" können verheerende Kräfte entwickeln, die richtig ins Geld gehen können. Wer seine Versicherung, sein Haus oder seine Geldbörse schonen will, sollte seine Immobilie rechtzeitig für den Herbst wappnen.
Mal eben schnell die Wohngebäudeversicherung wechseln, weil ein anderer Versicherer günstiger ist. Geht das so einfach? Eigentlich schon - wenn Sie sich rechtzeitig um die Zustimmung Ihrer Bank kümmern und der Wechsel nahtlos erfolgt. Sonst kann es Ihnen passieren, dass weder die alte noch die neue Versicherungsgesellschaft für den Schaden aufkommen wollen.
Sturm, Hitze oder Gewitter: Experten erwarten in naher Zukunft eine deutliche Zunahme von Wetterextremen. Dennoch verpflichtet der Gesetzesgeber - bis auf einige Ausnahmen - Immobilienbesitzer nicht zum Einbau von Blitzschutz. Wer trotzdem vorbeugt, steht sowohl beim Gewitter als auch bei der Versicherung auf der sicheren Seite. 

 meineimmobilie.de-Tipp

Die richtige Versicherung hilft bei Sturmschäden. Allerdings auch nicht immer - und schon gar nicht, wenn Sie zuvor nicht Präventivmaßnahmen ergriffen haben, um Schäden zu vermeiden!