Montag, 18.02.2008 | Autor: Janine Schneider

Hilfe bei der Baukostenschätzung

Worum geht´s

Die Baukostenschätzung ist der Anfang eines Bauvorhabens. Je gründlicher hier vorab informiert wird, desto genauer fällt sie aus.

Topstory: Bei der Baukostenschätzung einer Immobilie gilt: Je besser die Selbstinformation, desto besser lassen sich auch die Kosten kalkulieren. Hilfe dabei bieten verschiedene Datenbanken und auch eine offizielle Verordnung. Tipps rund um die Baukostenschätzung.

Baukostenschätzung nach Normalherstellungskosten (NHK)

Im Rahmen der Wertermittlungsrichtlinie (WertR) hat der Bund eine Liste mit Normalherstellungskosten 2000 (PDF) erstellt. Diese wird in der Immobilienbewertung eingesetzt und ist nach Verordnung Grundlage für den Bau öffentlicher Gebäude.

Die Berechnung der Normalherstellungskosten ist eine schnelle und gute Schätzung über den Daumen, wie hoch die Kosten eines Hauses werden könnten. Jedoch gilt die Regel: Je mehr Recherchearbeit vom Bauherrn investiert wird, desto genauer wird das Ergebnis der Baukostenschätzung.

Bei größeren Städten muss möglicherweise ein Aufschlag auf den Bundesdurchschnitt berechnet werden, in kleineren Ortschaften kann ein Abschlag einkalkuliert werden. Wichtig ist auch, dass der Wert von 2000 mit Hilfe des Baupreisindizes des Statistischen Bundesamtes auf den heutigen Preis angehoben wird.

Baukostenschätzung wie ein Architekt

Um die Baukosten richtig zu schätzen, verwenden Architekten die Fachbücher des Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI). Das bringt mit "Statistische Kostenkennwerte für Gebäude", "Statistische Kostenkennwerte für Bauelemente" und "Statistische Kostenkennwerte für Positionen" die Grundlage professioneller Baukostenkalkulationen heraus.

Mit ihrer Hilfe können die einzelnen Kostenfaktoren nach Gewerken aufgelistet ermittelt werden. Die drei Teile beinhalten zudem eine Karte für Korrekturfaktoren und sind für Bauherren und Architekten eine gute Arbeitsgrundlage.

Sie bieten eine ganzheitliche Dokumentation von abgerechneten Gebäuden anhand von Fotos, Grundrissen, Schnitten, Ansichten, Detailzeichnungen und Objektbeschreibungen. Bei den Dokumentationen werden alle relevanten Normen, Rechtsvorschriften, Verordnungen und Qualifizierungen berücksichtigt.

Baukostenschätzung mit dem BKI Baukosten-Atlas

Wer eine Alternative für die Baukostenschätzung von Einfamilienhäusern oder Mehrfamilienhäusern benötigt, für den ist der BKI Baukosten-Atlas (ISBN-10 3-8277-3480-0) eine Möglichkeit. In dem rund 800-seitigen Buch sind Einfamilienhäuser, Reihenhäuser, Zweifamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser erfasst. Der Atlas verhilft zu präzisen Analysen und Auswertungen bei der Baukostenschätzung.

Baukostenschätzung mit dem Heinze Bauoffice

Auch das BauDatenOffice der Firma Heinze, eines Entwicklers für Kommunikationslösungen für Hersteller von Bau-, Einrichtungs- und Ausstattungsprodukten, kann hilfreich sein. Es verschafft einen Überblick über Konjunkturaussagen und Prognosen zur Baumarktentwicklung, entweder online oder in der Printversion.

Zudem gibt es die Möglichkeit, mit der Datenbank BARES Schwankungen und Potenziale im Regionalmarkt zu erkennen.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Gute Planung ist beim Hausbau das A und O, denn die Kostenprognosen begleiten Sie als Bauherren bis zur Endabrechnung. Kontrollieren Sie alle Kostenpunkte während des Hausbaus oder der Hausmodernisierung ständig, nur so verhindern Sie höhere Kosten.