Freitag, 05.11.2010 | Autor: mb

Genehmigung für Anbauten

News: Wintergarten, Carport oder Gartenhäuschen: Eigenheimbesitzer und Vermieter brauchen in den meisten Fällen eine Genehmigung, wenn sie Anbauten an ihrem Haus planen.

Ob Wintergarten oder Carport am Haus - sie bedürfen einer Genehmigung. Darauf weist der Immobilienverband Deutschland (IVD) in einer Pressemitteilung hin. "Gebäudesicherheit, Umweltverträglichkeit und das Straßenbild dürfen auch bei Anbauten und anderen kleinen Bauvorhaben nicht außer Acht gelassen werden", erklärt Ulrich Löhlein vom IVD. "Für die Einhaltung der entsprechenden Regelungen ist das Bauamt beziehungsweise das Baureferat der Kommune zuständig."

Klassifizierung entscheidet über Genehmigungspflicht

Welche Art von Anbau eine Genehmigung braucht, sei für Hausbesitzer häufig nicht ganz klar, so der IVD. Das Problem beginne meist schon bei der korrekten Klassifizierung: Wintergärten und Gewächshäuser beispielsweise sind nahezu baugleiche Glasbauten. "Ein kleines Gewächshaus, das frei im Garten steht oder sich an einer Hauswand befindet, ist aber oft genehmigungsfrei", erläutert Frank U. Schuster, Rechtsanwalt bei der Kanzlei Bethge und Partner. "Ein Wintergarten, der durch eine Tür direkt mit dem Haus verbunden ist, gilt dagegen als Anbau und ist daher genehmigungspflichtig. Als zusätzlicher Wohnraum muss der Wintergarten zudem ausreichend isoliert werden. Hierfür gilt die Energieeinsparverordnung, deren Einhaltung vom Bauamt überprüft wird."

Sonderfall Gartenhäuschen

Bei Gartenhäuschen entscheidet die Bauweise darüber, ob eine Genehmigung eingeholt werden muss oder nicht. So sei ein kleines Bauwerk ohne Fundament, das für die Kinder zum Spielen oder als Rückzugsmöglichkeit dienen soll, meist nicht genehmigungspflichtig, erläutert der IVD. Ein Gartenhaus mit Fundament könne dagegen nicht so einfach wieder entfernt werden und dürfe je nach regionalen Vorschriften in den meisten Fällen erst nach Genehmigung gebaut werden.

"Für den Laien ist die Vielzahl der Vorschriften kaum überschaubar", fasst Löhlein vom IVD die Rechtslage zusammen. "Denn bei Anbauten spielen sowohl Landes- als auch Bundesbaurecht sowie gemeinderechtliche Vorgaben eine Rolle." Bei Anbauten sollten Eigenheimbesitzer deshalb grundsätzlich das örtliche Bauamt oder das Baureferat fragen, rät der IVD. Die Mitarbeiter könnten dann überprüfen, welche gesetzlichen Vorgaben im Einzelfall gelten.

Folgen bei Missachtung der Vorschriften

Wenn sich Eigenheimbesitzer nicht an die Vorschriften der Baubehörden halten, könnte das unangenehme Folgen haben. So entschied ein Gericht beispielsweise den Rückbau einer Terrasse, die der Beklagte in Grenzbebauung auf einem Carport errichtet hatte. Grund: Die Terrasse war im Durchschnitt 15 Zentimeter höher als in der ursprünglichen Baugenehmigung vorgesehen. Das Gericht sah die Rechte der Nachbarn sowie das Gebot der besonderen Rücksichtnahme verletzt.

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