Donnerstag, 17.12.2009 | Autor: mb

Fallstricke im Bauträgervertrag

News: Bevor die Verträge mit dem Bauträger unterschrieben werden, sollten private Bauherren die Klauseln genau lesen - und eventuell nachbessern lassen.

Die Verträge sind das A und O beim Bau einer Immobilie - und der Bauherr sollte sie genau kennen. Wichtige Punkte wie der Gewährleistungsanspruch oder der Fertigstellungstermin sollten explizit mit dem Bauträger vereinbart werden, um sich später darauf berufen zu können. Dazu rät der Immobilienverband Deutschland (ivd) in einer Pressemitteilung.

Fertigstellungstermin und Entschädigung vereinbaren

Wer als privater Bauherr einen Vertrag mit einem Bauträger schließt, sollte vor allem darauf achten, dass ein genauer Termin für die Fertigstellung der Immobilie festgehalten wird. Schwammige Formulierungen im Vertrag können dazu führen, dass sich der Einzugstermin um Wochen verzögert. Für den Bauherren bedeutet das: länger Miete zahlen und zusätzliche Zinsen für das Bankdarlehen berappen. Deshalb sollte der Bauherr darauf bestehen, dass ein Fertigstellungstermin vertraglich fixiert wird, rät der IVD. Zusätzlich sollte ein finanzieller Ausgleich durch den Bauträger vereinbart werden, falls sich die Übergabe dennoch verzögert.

Zahlungsstopp bei Baumängeln

Ein anderer wichtiger Punkt im Vertrag betrifft Baumängel. Der Bauherr sollte im Vertrag festlegen lassen, dass er die Möglichkeit hat, Zahlungen zu verweigern, wenn er Baumängel feststellt. Laut IVD schließen viele Verträge genau diesen Fall aus. Der Immobilienverband rät außerdem dazu, nach der Schlüsselübergabe nicht die gesamte letzte Rate zu überweisen, falls noch Restarbeiten oder Nachbesserungen ausgeführt werden müssen. "Man sollte etwa 3,5 Prozent der Summe zurück behalten, bis alle Arbeiten beendet sind. So hat man auch ein Druckmittel, dass der Bau zügig abgeschlossen wird", rät Ralph Pass vom IVD.

Gewährleistungsansprüche sichern

Zusätzlich könne der Bauherr bestimmen, dass bei Insolvenz die Gewährleistungsansprüche des Bauträgers gegenüber Subunternehmen auf ihn übergehen. Dies bedeutet: Stellt der Bauherr beispielsweise zwei Jahre nach dem Einzug fest, dass die Kellerwände nicht richtig isoliert wurden, so kann er die Mängel - ohne Vertragszusatz - nicht von der Handwerkerfirma beseitigen lassen. Denn diese hatte nur mit dem Bauträger einen Vertrag, nicht mit dem Bauherren. Werden die Gewährleistungsansprüche aber nach einem eventuellen Konkurs auf den Bauherren übertragen, kann dieser die Mängelbeseitigung von den Handwerkern direkt einfordern. Im Bauträgervertrag sollten auch die Qualität der Arbeit und die verwendeten Materialien angesprochen werden.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Bevor Sie den Bauträgervertrag unterschreiben, sollten Sie sich an die Verbraucherzentrale oder einen unabhängigen Sachverständigen wenden und den Inhalt überprüfen lassen. Sie helfen Ihnen auch im Fall von bereits bestehenden Baumängeln weiter.