Montag, 16.04.2012 | Autor: Heidi Hecht

Tücken bei Sanierung denkmalgeschützter Gebäude

Worum geht´s
  • Sanierung denkmalgeschützter Gebäude
  • Keine Sanierung ohne Bestandsaufnahme
  • Genaue Fachplanung schützt vor Kostenexplosion

Zentrumsnah, begehrt und wertstabil: Immer häufiger entscheiden sich Immobilieninteressenten für ein denkmalgeschütztes Gebäude. Denn die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude ist meistens umgänglicher, könnte aber Tücken mit sich bringen. Deshalb sollte in jedem Fall vor der Sanierung eine Bestands- und Zustandsaufnahme erfolgen.

Der Ankauf von denkmalgeschützten Gebäuden nimmt stetig zu, da die Sanierung dieser Gebäude meist aufgrund von energetischen und sicherheitstechnischen Aspekten unkompliziert sei. Die Sanierung kann aber auch Tücken mit sich bringen und die Sanierungkosten schnell in die Höhe treiben. Darauf weist die Gesellschaft für Technische Überwachung GmbH (GTÜ) in einer aktuellen Pressemitteilung hin.

Sanierungsauflagen für denkmalgeschützte Gebäude

„Bauherren müssen die Auflagen der Denkmalschutzbehörde und des Brandschutzes beachten sowie das äußere Erscheinungsbild der Fassade erhalten, was die Möglichkeiten der energetischen Ertüchtigung der Gebäude sehr begrenzt,“ erklärt Dr. Dietmar Häßler, Experte für Bauschadensbegutachtung. Auch die Baustandards von Neubauten sind anzustreben, um den Ansprüchen von Mietern und Eigentümern sanierter Gebäude gerecht zu werden. Dazu gehören unter anderem die Gewährleistung von Feuchte-, Wärme- und Schallschutz in und zwischen den Nutzungseinheiten, eine barrierefreie Bauweise sowie die Einrichtung moderner und effizienter Haustechnik.

Bestandsaufnahme und Fachplanung vor der Sanierung

Bei einer ungenauen Planung all dieser Sanierungsmaßnahmen können die Kosten ganz schnell explodieren. Dr. Häßler warnt: „Ohne ausführliche Voruntersuchungen am Bauwerk ist eine denkmalgerechte Sanierungsplanung und Bauausführung risikoreich. Beim Bauen können sonst die Sanierungskosten schnell aus dem Ruder laufen oder nach wenigen Jahren erneute Sanierungsarbeiten entstehen lassen, welche meist Rechtsstreitigkeiten nach sich ziehen.“ Um eine denkmalgerechte und nachhaltige Sanierung zu planen, rät er Immobilieneigentümern daher, zuerst eine ausführliche Bestands- und Zustandsaufnahme des Gebäudes in Auftrag zu geben.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Sprechen Sie geplante Baumaßnahmen immer vorher mit der zuständigen Denkmalschutz- oder Gemeindebehörde ab. Sie können die speziellen Steuervorteile für Baudenkmäler und Sanierungsgebäude nur erhalten, wenn Sie dem Finanzamt von dieser Behörde eine Bescheinigung vorlegen, in der die denkmalschutzrechtlichen Voraussetzungen für die Förderung nachgewiesen werden.