Donnerstag, 07.10.2010 | Autor: mb

Schwindel mit Wärmebildern

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News: Wärmebildaufnahmen zeigen die energetischen Schwachstellen einer Immobilie. Aussagekräftig sind sie jedoch nur, wenn sie fachgerecht aufgenommen wurden. Der Bauherrenverband VPB warnt nun Hausbesitzer und Vermieter vor gefälschten Ergebnissen, durch die Eigentümer zu Sanierungen gedrängt werden sollen.

Der Verband Privater Bauherren warnt in einer Pressemitteilung zum Thema Thermografie vor betrügerischen Methoden bei Wärmebildaufnahmen von Hausfassaden. Demnach würden manche Fassadenbaufirmen und regionale Versorgungsunternehmen, aber auch Bausparkassen, Geldinstitute und Kommunen damit werben, kostengünstige Wärmebilder für Hausbesitzer zu erstellen. So gebe es zum Beispiel vier Aufnahmen zum Preis von 100 Euro. Solche Dumping-Angebote seien in den meisten Fällen jedoch nicht seriös, so der VPB, weil Thermografiebilder nur dann eine Aussagekraft haben, wenn sie fachgerecht aufgenommen und anschließend ausgewertet werden.

Unseriöse Angebote für Wärmebilder

Aufnahmen für hundert Euro taugten häufig allenfalls für den Bilderrahmen, kritisiert Johannes Deeters vom VPB. Der Grund: Für fachgerechte Wärmebilder müssten eine Reihe Bedingungen erfüllt werden. So muss zum Beispiel die richtige Tageszeit gewählt werden. Die Fassade darf zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht von der Sonne aufgeheizt sein. Und: vier Bilder sind für die Energieverlust-Analyse eines komplexer gestalteten Hauses mit Gauben und Balkonen nicht ausreichend.

Warnung vor verfälschten Aufnahmen

Der VPB warnt außerdem vor Anbietern, die Wärmebild-Aufnahmen verfälschen, um die Hauseigentümer von einer Fassadendämmung zu überzeugen. So würden manche Anbieter die Farben auf den Bildern drastischer wiedergeben und damit behaupten, dass das Haus äußerst schlecht gedämmt ist. Eigentümer werden so zu einer Sanierung der Hausfront überredet, obwohl das vielleicht gar nicht der sinnvollste Schritt für Energieeinsparung ist.

Auswertung der Wärmebilder und Beratung

Zu einem seriösen Thermografieangebot gehöre auf jeden Fall eine vernünftige Beratung, so der VPB. Wenn der Hausbesitzer keine Erläuterungen zu den Wärmebildern bekommt, kann er keine sinnvolle Entscheidung treffen. "Der Hinweis, Ihr Haus muss gedämmt werden, reicht da nicht aus", mahnt Fachmann Deeters. Ein seriöser Thermograf erläutere seine Untersuchungsergebnisse schriftlich und mündlich, überlässt die Konsequenzen aus der Untersuchung aber dem qualifizierten Energieberater. Der erarbeitet ein Sanierungsgutachten für das gesamte Haus, in das er neben anderem auch die Ergebnisse der Thermografie einbezieht. Möglicherweise steht am Ende der Planung dann tatsächlich die Empfehlung zur Wärmedämmung. Vielleicht muss aber auch nur die Heizung des Hauses optimiert werden.

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