Freitag, 20.05.2011 | Autor: mb

Nachrüstpflicht beim Kauf eines Altbaus

News: Noch längst nicht alle Altbauten sind energetisch modernisiert. Käufer von älteren Bestandsimmobilien sollten die Nachrüstpflichten beachten, die die Energieeinsparverordnung vorschreibt. So müssen laut Gesetz zum Beispiel noch in diesem Jahr alte Heizungen erneuert werden.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) gibt die Standards vor, nach denen heute gebaut werden muss. Auch für Bestandsbauten gelten Vorschriften. Eigentümer und Käufer von Altbauten müssen die Nachrüstpflichten der EnEV beachten. Sie betreffen vor allem Hausbesitzer, die ihr Haus erst nach dem 1. Februar 2002 erworben haben. "Ältere Hausbesitzer, die schon seit Jahrzehnten in ihrer Immobilie wohnen, müssen ihre Immobilie nicht nachrüsten", beruhigt Thomas Weber vom Verband Privater Bauherren (VPB) in einer Pressemitteilung. "Sie werden vom Staat nicht zu Investitionen gezwungen und sollten sich auch keine aufdrängen lassen, etwa von geschäftstüchtigen Dämmstoffverkäufern an der Haustür."

Nachrüstpflichten aus der EnEV

Wer seinen Altbau nach dem 1.2.2002 erworben hat und ihn selbst bewohnt, ist von den Nachrüstpflichten der EnEV betroffen. Sie müssen spätestens zwei Jahre nach dem Einzug alle zugänglichen Warmwasserleitungen und die dazu gehörigen Armaturen dämmen, so der VPB. "Das ist eine sinnvolle und auch finanziell überschaubare Maßnahme. Geschickte Heimwerker können das selbst erledigen, sofern sie die vorgeschriebenen Bauelemente dazu verwenden", erläutert Thomas Weber.

Die zweite Nachrüstpflicht ist dagegen schwieriger. Sie betrifft auch die Althauskäufer, die ihre Immobilie erst kürzlich übernommen haben. Bis Ende des Jahres 2011 müssen sie die oberste Geschossdecke des Hauses gedämmt haben. "Damit meint der Gesetzgeber die Decke, die beheizten von unbeheiztem Raum trennt. Normalerweise sind das die Decken zwischen dem bewohnten Obergeschoss und dem nicht ausgebauten Speicher", konkretisiert Bausachverständiger Weber. "Die neue Dämmung darf einen bestimmten Wärmedurchgangskoeffizienten nicht überschreiten. Hausbesitzer und Heimwerker sollten sich hier unbedingt beim Fachmann rückversichern, damit sie ausreichend dämmen. Sie haften nämlich für die Einhaltung der Vorschriften."

Alte Heizungsanlage erneuern

Erneuert werden müssen in diesem Jahr auch alle alten Heizungen, die vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut wurden. "Die Heizungssanierung schlägt zwar zunächst teuer zu Buche, ist aber in jedem Fall eine lohnende Sanierung, denn die Heizungstechnik hat seit 1978 enorme Fortschritte gemacht", gibt Bauherrenberater Weber zu bedenken.

Der VPB rät, schon bei der Planung der Modernisierungsmaßnahmen einen unabhängigen Sachverständigen hinzuzuziehen, der alle vorgeschriebenen Planungs- und Ausführungsschritte überwacht und koordiniert. "Dafür gibt der Staat sogar Geld. Hausbesitzer, die die Sanierung ihrer Immobilie vom qualifizierten Bausachverständigen begleiten lassen, bekommen bis zu 2000 Euro dazu."

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 meineimmobilie.de-Tipp


Als Vermieter eines Altbaus sind Sie ebenfalls verpflichtet, sich an die Vorgaben der EnEV zu halten. Im Gegensatz zu Selbstnutzern müssen Sie gegenüber Ihrem Mieter den energetischen Zustand Ihrer Immobilie offenlegen - mit dem Energieausweis. Schneidet Ihr Gebäude energetisch gut ab, steigen die Chancen auf eine schnelle Vermietung.