Montag, 14.10.2013 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Jürgen Fälchle - Fotolia.com

Modernisierung: Wenn der Mieter nicht will

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Worum geht´s
  • Modernisieren gegen den Willen des Mieters
  • Tipps zum Modernisieren

Auch eine Immobilie kommt in die Jahre und häufig sind nicht nur kleine "Schönheitsreparaturen" fällig, sondern gleich eine komplette Modernisierung. Doch nicht jeder Mieter ruft dabei gleich "Hurra" und rückt begeistert seine Möbel zur Seite. Wie Sie Ihre Immobilie dennoch modernisieren, erfahren Sie hier.

Irgendwann kommt die Zeit, da überlegen sich Vermieter, ihre Immobilie generalüberholen zu lassen. Doch nicht jeder Mieter ist von einer Modernisierung des Hauses gleich angetan. 

Wie Sie gegen den Willen des Mieters die vermietete Wohnung trotzdem modernisieren können, erklären die ARAG-Experten in einer aktuellen Pressemitteilung.

Was Vermieter bei der Modernisierung beachten sollen

Modernisierungsmaßnahmen sind unter anderem alle Baumaßnahmen, mit denen Sie nachhaltig Energie einsparen können oder die den Gebrauchswert einer Wohnung erhöhen. 

Plant der Vermieter also beispielsweise den Anbau eines Balkons oder den Austausch der Fenster, muss er seine Pläne 3 Monate vor der Durchführung in schriftlicher Form seinen Mietern mitteilen.

Beschreiben Sie dabei unbedingt die Maßnahmen in groben Zügen und teilen Sie den Beginn und die voraussichtliche Dauer der Arbeiten sowie die zu erwartende Mieterhöhung mit.

Außerdem müssen Sie den Mieter neuerdings auch noch auf die Möglichkeit eines Härteeinwandes hinweisen.

Wann der Mieter Ihre Modernisierung nicht dulden muss

Der Mieter hat bei diesem Vorgehen des Vermieters generell die Modernisierung zu dulden, es sei denn, es liegen persönliche Härtegründe des Mieters vor. Das können beispielsweise ein hohes Alter des Mieters oder eine sehr hohe Lärm- und Schmutzbeeinträchtigung durch die geplanten Arbeiten sein.

Sollte sich durch die Baumaßnahmen der Zuschnitt der Wohnung wesentlich ändern oder gar die Wohnfläche verkleinern, sind das ebenfalls Gründe, die die Duldungspflicht des Mieters entfallen lassen.

Die zu erwartende Modernisierungsmieterhöhung gehört nach dem Inkrafttreten der Mietrechtsreform nicht zu den Härtegründen, die der Mieter bereits bei der Ankündigung der Arbeiten vorbringen kann. Auch wenn dieser finanzielle Härteeinwand berechtigt ist, kann der Vermieter die Arbeiten trotzdem durchführen.

Wann der Mieter trotz Modernisierung nicht mindern darf

Bei energetischen Modernisierungsarbeiten (und nur bei denen!) kann der Mieter 3 Monate lang keine Mietminderung geltend machen. Gerechnet wird ab Beginn der Arbeiten. 

Dauern die Arbeiten allerdings länger und ist die Gebrauchstauglichkeit der Wohnung erheblich beeinträchtigt, besteht die Möglichkeit einer Minderung der Miete.

Dagegen darf der Mieter uneingeschränkt mindern, wenn Sie andere als energetische Modernisierungsarbeiten durchführen und der Mieter durch diese Arbeiten erheblich beeinträchtigt wird.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Bevor Sie Geld in die Modernisierung Ihrer Immobilie stecken, sollten Sie sich eingehend beraten lassen, welche Sanierungsmaßnahmen am besten den gewünschten Effekt der Energieeffizienz erfüllen.

 

Energieberater der Verbraucherzentralen können Ihnen nützliche Tipps geben.