Montag, 02.05.2011 | Autor: masdin

Mehr energieeffiziente Modernisierungen als angenommen

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News: Eine aktuelle Studie der ARGE zeigt: 17 Prozent der Wohnungen in Deutschland, die vor 1978 gebaut wurden, wurden bereits modernisiert. Das sind mehr als bislang angenommen. Dennoch sind Förderungen auch über 2011 hinaus unverzichtbar.

Der hohe Anteil an durchgeführten Modernisierungen zeigt, dass die Energieeffizienz alter Wohnungsbestände besser ist als ihr Ruf. Die Studie der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE) zeigt, dass in den letzten Jahren zumindest viele wichtige Teilsanierungen vorgenommen wurden. "Um so wichtiger wird es, die jetzt noch ausstehenden Sanierungen durch Anreize und Förderung zu stützen, denn weitere Energie-Effizienz-Maßnahmen sind durchaus mit weitaus höherem Aufwand verbunden", kommentiert Walter Rasch, Präsident des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW). Die zur Refinanzierung notwendigen Kostenumlagen, die weitere Schritte mit sich brächten, seien für Mieter oftmals nicht tragbar.

Energieeffiziente Modernisierungen können zum Verlustgeschäft werden

Der BFW-Präsident warnt vor den Folgen einer Verschärfung des Ordnungsrechts, wie sie zum Beispiel durch die Energieeinsparverordnung bewirkt wird (EnEV). Dadurch erhöhe sich der Anteil der Gebäude, für die sich eine energetische Sanierung nicht rechne.

Das belegt auch eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln: Schon jetzt bedeutet energetisches Modernisieren für viele Vermieter ein Verlustgeschäft. Die Studie besagt, dass vier von zehn Eigentümern nach der Investition in eine Sanierung keine höhere Miete erzielen können. Steigen die Energieeffizienz-Anforderungen weiterhin, sind noch größere Investitionskosten und Verluste die Folge.

Mehr Förderung für energieeffiziente Modernisierungen

Der BFW befürwortet deshalb eine Fortführung des KfW-Gebäudesanierungsprogramms über das Jahr 2011 hinaus. Auch die Bereitstellung von Mitteln in einer Höhe von mindestens zwei Milliarden Euro sei wichtig, um einen Investitionsstau zu vermeiden. "Nicht Zwang, sondern Anreize, die die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen verbessern, führen dazu, dass Wohnungsunternehmen weiter in die energetische Sanierung investieren", sagt Rasch.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Bevor Sie Geld in die energetische Sanierung Ihres Gebäudes stecken, sollten Sie sich eine fachliche Meinung einholen, zum Beispiel von einem unabhängigen Energieberater der Verbraucherzentralen. Nur so erfahren Sie, welche Sanierungsmaßnahmen bei Ihrer Immobilie wirklich sinnvoll und wirtschaftlich sind.