Freitag, 08.08.2008 | Autor: jst

Haus & Grund möchte ebenfalls bessere energetische Förderung

Stichworte zu diesem Thema
News: Energie ist auch in der politischen Sommerpause ein Thema: Umweltminister Sigmar Gabriel möchte nun die energetische Sanierung von Häusern mehr fördern. Die Eigentümergemeinschaft Haus & Grund macht dafür gleich konkrete Vorschläge.

"Die Einführung steuerlicher Vorteile für die energetische Sanierung von Immobilien wäre ein starkes Signal an die Immobilieneigentümer." Mit diesen Worten kommentierte der Präsident der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund Deutschland, Rolf Kornemann, jüngste Vorschläge von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel zur Förderung ressourcenschonender Investitionen.

"Vermieter, die ihre Gebäude auf den neuesten energetischen Standard bringen wollen, können ihre Kosten häufig nur über 50 Jahre verteilt abschreiben. Wenn Minister Gabriel in diesem Bereich die Abschreibungsbedingungen verbessern möchte, wäre das ein großer Schritt, die Energieeffizienz des vermieteten Wohnungsbestands zu erhöhen", sagte Kornemann.

Haus & Grund will mehr Abschreibungen von der Steuer

Konkret schlug Kornemann die Wiedereinführung des Paragraf 82a EStDV vor. Dieser Paragraf regelte bis in die 90er-Jahre hinein die Inanspruchnahme erhöhter Abschreibungssätze für bestimmte energiesparende Investitionen an Gebäuden. "Damit auch selbstnutzende Eigentümer in ihren Bemühungen für mehr Energieeffizienz unterstützt werden, sollte auch der alte Sonderausgabenabzug für entsprechende Aufwendungen wieder eingeführt werden", fordert Kornemann.

Derzeit bestehe für selbstnutzende Immobilieneigentümer bei Renovierungs-, Modernisierungs- und Erhaltungsaufwendungen lediglich die Möglichkeit, diese Aufwendungen nach Paragraf 35a EStG steuerlich geltend zu machen. Allerdings würden nur die auf die Personalkosten entfallenden Aufwendungen zu 20 Prozent von bis zu maximal 3.000 Euro jährlich berücksichtigt.

"Energetische Sanierungen übersteigen diese Summe oftmals erheblich, so dass diese steuerliche Vorschrift bei größerem Investitionsaufwand für Eigennutzer ins Leere geht", sagte Kornemann abschließend.

Gabriel gegen Wiedereinstieg in die Kernkraft

Gabriel konterte auch in einer Stellungsnahme einen aktuellen Vorstoß von Wirtschaftsminister Michael Glos zu einer weiteren Nutzung der Kernenergie: "Wenn das Bundeswirtschaftsministerium an Konzepten zum Wiedereinstieg bastelt, ist das nicht nur ein klarer Verstoß gegen den Koalitionsvertrag", so Gabriel. "Es zeigt vor allem, dass im Hause Glos reiner Atom-Lobbyismus betrieben wird." Vielmehr solle auf eine massive Steigerung der Energieeffizienz und auf erneuerbare Energien gesetzt werden.

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.
Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

Es schreibt für Sie

Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch