Mittwoch, 16.01.2008 | Autor: mb

Für 2008 macht der Staat Druck bei Modernisierung

Worum geht´s

Für 2008 erhöht sich der Druck in Bezug auf die Immobilie. Die Anforderungen an die energetische Qualität steigen und der Energieausweis kommt.

Topstory: Das Jahr 2008 hält einige Änderungen bereit. Der Modernisierungsdruck erhöht sich durch Energiepass und Wohneigentumsgesetz.

Die erste wichtige Neuregelung betrifft den so genannten Energiepass. Aufgrund der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) vom Herbst 2007 wird der Ausweis ab Mitte 2008 für viele Eigentümer Pflicht sein.

Energiepass in zwei Varianten

Es gibt ihn in zwei Varianten: bedarfsorientiert und verbrauchsorientiert. Der verbrauchsorientierte Energiepass richtet sich nach dem durchschnittlichen Verbrauch der vergangenen drei Jahre. Der Eigentümer hat nur in bestimmten Fällen die Wahl zwischen beiden Ausweisen. Für die meisten ist der bedarfsorientierte Energiepass Pflicht.

Ein Sachverständiger kommt ins Haus, begutachtet die bauliche Substanz der Immobilie und beurteilt, wie gut die Dämmung des Hauses an Dach und Außenwänden ist. Außerdem prüft er die Energieeffizienz der Heizungsanlage.

Einordnung nach Farben

Der Sachverständige stellt dann einen Energiepass aus, in dem vermerkt wird, wie sparsam die Immobilie ist. Sie wird in eine Art Energieeffizienzklasse eingeteilt, ähnlich wie bei Kühlschränken: Grün bedeutet sparsam, gelb steht für durchschnittlich und rot heißt Energieschlucker.

"Vorweisen muss den Energieausweis nur, wer sein Haus oder seine Wohnung verkaufen oder vermieten will", sagt Rüdiger Grimmert von der Bausparkasse BHW in einer Pressemitteilung. Trotzdem muss jeder Eigentümer für seine Immobilie einen Energiepass haben, sonst könnte ihm ein Ordnungsgeld drohen.

Neuregelung der Ausweispflicht

Die Ausweispflicht gilt für Häuser und Wohnungen, die vor 1966 gebaut worden sind, ab 1. Juli 2008. Eigentümer jüngerer Immobilien haben noch bis 1. Januar 2009 Zeit, sich einen Energiepass ausstellen zu lassen.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung infomiert auf seiner Internetseite zum Thema Energieausweise. Hier kann auch die Energieeinsparverordnung eingesehen werden. Laut Ministerium nützt der Energiepass allen: Mietern, Eigentümern und Käufern. Wer ein Haus mietet oder kauft, soll durch den Energiepass in Zukunft besser abschätzen können, in welchem Zustand die Immobilie ist. Hauseigentümer haben durch den Ausweis die Möglichkeit, an kritischen Stellen nachzubessern und ihr Haus energetisch zu modernisieren.

Betrug beim Energiepass

Doch der Energiepass hat nicht nur positive Effekte: Die Deutsche Energie-Agentur (dena) warnte in einer Pressemitteilung vom Juli 2007 vor Betrügereien im Zusammenhang mit dem Energiepass. "Es werden Energieausweise angeboten, die nicht den gesetzlichen Anforderungen der Energieeinsparverordnung entsprechen und deshalb ungültig sind", sagte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler. "Der Eigentümer sollte die Qualität und die Gültigkeit des angebotenen Energieausweises vor der Beauftragung prüfen."

So müssten laut dena im Energiepass individuelle Modernisierungsempfehlungen aufgelistet werden. Ohne diese Sanierungstipps sei der Ausweis ungültig.

Noch in 2008: Neuregelungen für Nachrüstung

Durch das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) darf die Bundesregierung Verorderungen erlassen, die Eigentümer zwingen, ihre Immobilie nachzurüsten, falls sie einen zu hohen Energieverbauch hat. Bereits 2008 will der Gesetzgeber verbindliche Neuregelungen schaffen. Durch die Änderungen könnte es für viele Eigentümer teuer werden. Doch gleichzeitig soll es auch eine Erhöhung bei den Fördermitteln für Gebäude-Sanierungsprogramme geben.

Nicht nur Hauseigentümer werden in diesem Jahr Geld in ihre Immobilie investieren müssen. Auch Wohnungseigentümer sind von Gesetzesänderungen betroffen. Denn die Folgen des neuen Wohneigentumsgesetzes, das im Sommer 2007 in Kraft trat, könnten jetzt Wirkung zeigen.

Entscheidungen mit Dreiviertel-Mehrheit

Seit der Gesetzesänderung können Eigentümerversammlungen in vielen Fällen schon mit der so genannten qualifizierten Mehrheit, also mit einer Dreiviertel-Mehrheit, Entscheidungen treffen. Bislang mussten Beschlüsse einstimmig gefasst werden.

Die Neuregelung könnte zur Folge haben, dass mehr Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Denn Miteigentümer, die bislang gegen solche Maßnahmen gestimmt haben, können künftig Entscheidungen nicht mehr so leicht blockieren. Auch sie müssen also Geld locker machen, wenn die Wohnanlage energetisch aufgewertet wird. Doch das neue Gesetz ermöglicht auch eine gerechtere Verteilung der Gemeinschaftskosten als vorgeschrieben.

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 meineimmobilie.de-Tipp


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