Montag, 14.06.2010 | Autor: Marc Popp/mb

Fenster und Türen für das Eigenheim

Stichworte zu diesem Thema
Sie geben einem Gebäude sein Gesicht: Fenster und Türen. Doch Aussehen alleine reicht nicht. Fenster und Türen müssen auch ein hohes Maß an Funktionalität erfüllen. Je nach Form und Material werden sie an unterschiedlichen Stellen im Haus eingesetzt.

Fenster sollen gegen Regen und Witterung schützen sowie die Räume eines Gebäudes ausreichend mit Tageslicht versorgen. Bei der Ermittlung der Größe setzt die Bauordnung für Wohnräume voraus, dass die Fensterfläche zumindest ein Achtel der Grundfläche des Raumes ausmacht.

Ein Fenster muss nicht nur die Vorschriften des Brand-, Schall- und Wärmeschutzes erfüllen, sondern soll natürlich auch leicht zu bedienen und zu reinigen sein. Folgende Fensterarten sind zu unterscheiden:

  • frei stehende Fenster,
  • Drehflügelfenster,
  • Kippflügelfenster,
  • Drehkippflügelfenster,
  • Schwingflügelfenster,
  • Wendeflügelfenster,
  • Klappflügelfenster,
  • Vertikalschiebefenster,
  • Horizontalschiebefenster.

Frei stehende Fenster lassen sich nicht öffnen und eignen sich somit nicht zur Lüftung. Aus diesem Grund können sie auch nur von außen gereinigt werden.

Alle anderen Fenster, also Drehflügelfenster, Kippflügelfenster, Drehkippflügelfenster, Schwingflügelfenster, Wendeflügelfenster, Klappflügelfenster, Vertikalschiebefenster und Horizontalschiebefenster, ermöglichen eine ausreichende und regelmäßige Lüftung der Räume.

Große Fenster für ausreichend Tageslicht

Um die Zimmer mit ausreichend Tageslicht zu versorgen, soll die Grundfläche der Fenster mindestens ein Achtel der Fläche des Raumes betragen.

Kunststofffenster, so versprechen die Hersteller vollmundig, halten länger. Das ist jedoch nicht richtig. Ein regelmäßig gepflegtes, insbesondere witterungsbeständig gestrichenes Holzfenster dürfte mindestens so lange nutzbar sein. Kunststoff besitzt nämlich den Nachteil, dass UV-Licht seine Farbe verändert und die Witterungsbeständigkeit reduziert.

Die Verglasung der Fenster

Hinsichtlich der Verglasung gibt es folgende Unterschiede:

  • Einscheibenverglasung,
  • Mehrscheiben-Isolierverglasung,
  • Doppelverglasung.

Die Einfachverglasung ist nur noch bei Gebäuden zulässig, die bezüglich der Wärmedämmung keinen baurechtlichen Vorschriften unterliegen. Denn da bei der Einflügelverglasung ein Fenster nur eine Glasscheibe enthält, besteht keine ausreichende wärmedämmende Wirkung.

Verbundfenster

Durch Verbindung von zwei einfach verglasten Fensterflügeln entsteht ein doppelverglastes Verbundfenster. Diese Fenster zeichnen sich durch einen besseren Schall- und Wärmeschutz aus. Allerdings bildet sich hier aufgrund der nicht luftdichten Verbindung an der Innenseite Kondenswasser.

Deshalb und auch wegen der erhöhten Anforderungen an den Wärmeschutz finden in Wohnräumen nur noch Fenster mit Isolierverglasung Verwendung. Diese bestehen aus zwei oder drei luftdicht hintereinander angeordneten Scheiben.

Wärmeschutz für die Fenster

Durch ein Fenster geht 4- bis 5-mal mehr Wärme verloren als durch eine gleich große Wandfläche. Einfach verglaste Fenster weisen den höchsten Wärmeverlust (k-Wert 5,6) auf. Bei der Erneuerung sollte deshalb hochwertiges Wärmeschutzglas verwendet werden.

Es ist nur unwesentlich teurer als die früher übliche Isolierverglasung. Das 2-Scheiben-Isolierglas (k-Wert 1,3 bis 1,6) bietet einen um 40 bis 50 Prozent höheren Wärmeschutz als herkömmliche Isolierverglasung (k-Wert 2,9 bis 3,1).

Fensterrahmen

Neben der Wahl des verwendeten Glases ist das Material des Fensterrahmens für die Einsparung von Energie entscheidend. Holzrahmen weisen die besten Dämmwerte auf.

Aluminiumrahmen haben trotz einer dämmenden Zwischenschicht aus Kunststoff schlechtere Eigenschaften. Die Wärme entweicht zumeist über die Fugen der Fenster. Diese können mit umweltverträglichem Material effektiv und preiswert abgedichtet werden.

Ausreichende Lüftung durch die Fenster

Um den geforderten Niedrigenergiestandard zu erreichen, wird sowohl auf Maßnahmen der Wärmedämmung als auch der Isolierverglasung gesetzt. Diese Maßnahmen führen zu einer dichten Bauhülle, was für die Energieeinsparung durchaus sinnvoll ist.

Diese Bauweise kann allerdings auch zu hermetisch verschlossenen Gebäuden und ungenügend gelüfteten Wohnungen führen. Als Folge ist die Atemluft feucht und stickig, Tapeten lösen sich ab und Schimmelpilz entsteht. 14 Prozent aller Bauschäden bei sanierten Gebäuden sind auf ungenügende Lüftung nach dem Einbau neuer Fenster zurückzuführen.

Eine Stoßlüftung durch kurzzeitiges weites Öffnen von zwei Fenstern oder von Fenster und Außentür hat den kompletten Austausch der Raumluft innerhalb von fünf Minuten zur Folge und sollte etwa alle zwei Stunden wiederholt werden. Das Ergebnis ist jedoch eine stark schwankende Luftqualität.

Türen

Grundsätzlich wird zwischen Innen- und Außentüren unterschieden, wobei die Außentüren zusammen mit den Fenstern entscheidend das äußere Erscheinungsbild eines Gebäudes bestimmen.

Außen- und Innentüren können aus Aluminium, Glas, Holz, Kunststoff und Stahl bestehen. Wegen ihrer unterschiedlichen Zweckbestimmung werden an sie verschiedene Anforderungen gestellt.

Stabile Außentüren

Außentüren sind stärker als Innentüren Witterungseinflüssen ausgesetzt. Sie müssen deshalb klimatischen und witterungsbedingten Beanspruchungen standhalten, stabil sein und einen ausreichenden Schall-, Feuer und Wärmeschutz aufweisen.

Die Fugendichtigkeit wird durch den Einbau von Boden- und Falzdichtungsprofilen erreicht. Zudem sichern einbruchhemmende Bänder, Garnituren und Schlösser die hinter der Außentür liegenden Räume.

Innentüren für Sicht- und Schallschutz

Innentüren trennen Räume, die unterschiedlich genutzt werden, voneinander ab und haben die Aufgabe, Sichtschutz und Schallschutz zu gewährleisten.

Da sie etwa als Begrenzung von Nassräumen auch Feuchtigkeit ausgesetzt sein können, ist die Nutzung der Räume ausschlaggebend, sowohl für die Auswahl des Materials als auch für die Konstruktion und die Form.

Bei der Planung muss deshalb die spätere Raumnutzung beachtet werden. Türen an ungünstiger Stelle können die Raumnutzung einschränken und die Möglichkeit, Möbel aufzustellen, deutlich beeinträchtigen.

Kommentare (1)

8.8.2012, 16:24 Uhr von Robert Schultheiss Profil ansehen
Zum Thema Schall- und Lätmschutz lohnt es sich auch einmal die Seite von Schäger Lärmschutz aufzusuchen. http://www.schaefer-laermschutz.de/

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Marc Popp ist Rechtsanwalt in Bonn und auf Immobilien- und Mietrecht spezialisiert.
Marc Popp

 meineimmobilie.de-Tipp


Ob die Fenster und Türen in Ihrem Haus dicht sind, können Sie mit einer Kerzenflamme prüfen. Wenn Sie damit langsam am Rahmen entlangfahren und die Kerze zu flackern beginnt, haben Sie Zugluft im Raum. Auch Baumängel können die Ursache für Zugluft in Wohnräumen sein. In solchen Fällen sollten Sie auf jeden Fall einen Fachmann zu Rate ziehen.