Dienstag, 13.09.2011 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: Sebastian Fery / Haufe

Ein neues Kleid fürs Eigenheim

Foto: Sebastian Fery / Haufe

Noch bevor der Herbst den Sommer ablöst, wollen viele Hausbesitzer ihr Eigenheim dick für den Winter verpacken. Eine neue Fassadendämmung muss her, und rundherum stehen immer noch die Gerüste.

Auch der Vermieter meines Büros in Köln folgt dem Trend der Fassadendämmung und beauftragte Handwerker für die Dämmung der Fassade. Seither tüfteln diese freudig im Hof und klingeln bei Stromausfall, Wasser oder sonstigen Dingen an. Immer wieder verwunderlich übrigens: Die Gerüstbauer sprechen von hohen Kosten, die ein stehendes Gerüst verursachen kann – und lassen es dann doch tagelang aufgebaut und ungenutzt im Hof stehen.

Warum sich eine Fassadendämmung lohnt

Die Heiz- und Stromkosten steigen in Deutschland stetig - kein Wunder also, dass Immobilieneigentümer sich mit der Energieeinsparung auseinandersetzen. Zu den beliebtesten Maßnahmen gehören laut einer Umfrage des Portals bauen.de die Fassadendämmung (74 Prozent).

Diese lohnt so eine Überlegung, denn der Energieverbrauch einer Immobilie hängt zum größten Teil von der Dichtheit der Gebäudehülle ab. Durch ungedämmte Außenwände geht viel Heizwärme ins Freie verloren. Wer seine Fassade dämmt, kann die Heizkosten deutlich senken und steigert sowohl Wohnkomfort als auch Immobilienwert.

Attraktive Förderungen für die Fassadendämmung

Immer wieder eine wichtige Frage ist aber, ob das alles auch wirtschaftlich ist. Darüber gehen die Meinungen definitiv auseinander. Von der Kostenseite her gibt es nämlich nicht eindeutige Klarheit. Schon die Zinskosten sind eine Unbekannte; aber ehrlicherweise müssen ja auch Mietausfall und spätere Betriebs- und Wartungskosten gegengerechnet werden.

Die wichtigste Unbekannte sind aber die Energiekosten: Plötzlich wird Gas in Schiffen nach Deutschland transportiert – und Platzhirsche wie E.on Ruhrgas haben ein Problem. Wer hätte das vor einem Jahr schon gedacht? Jetzt gerät plötzlich Bewegung in einen verkrusteten Markt, der in Sachen Preise in der Vergangenheit nur eine Richtung kannte: nach oben.

Auf der anderen Seite: Wenn ich mir alleine in der Straße meines Büros anschaue, wie viele Häuser gerade – und auch immer noch zu dieser späten Jahreszeit – im Gerüst stehen oder auch schon einen dicken Dämmmantel besitzen, dann ist eine Sache aus Vermietersicht auch klar: Wer in eher angebotsorientierten Mietmärkten die Wettbewerbsfähigkeit seines Hauses halten will, kommt mittelfristig um eine energetische Sanierung womöglich eh nicht herum.

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.