Dienstag, 03.05.2011 | Autor: masdin

Die Konsequenzen der Energiewende

News: Einerseits sollen die Klimaschutzziele der Bundesregierung erreicht werden, andererseits werden Fördermittel abgebaut. Wer soll und kann die Kosten für die erforderlichen Modernisierungen tragen? Der GdW sucht nach Wegen aus dem Vermieter-Mieter-Dilemma, das die Energiewende mit sich bringt.

Aktuelle Studien belegen: Bereits seit Jahrzehnten findet eine kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz von Wohngebäuden statt. Doch nach wie vor besteht auch Handlungsbedarf. Vor allem dort, wo sich eine Sanierung als schwieriger und aufwändiger herausstellt. Das ewige Dilemma, das daraus resultiert: Wer übernimmt die Kosten, die aus solchen Maßnahmen entstehen?

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) hat das InWIS-Forschungsinstitut damit beauftragt zu prüfen, wie Anreize geschaffen werden können, damit in noch größerem Umfang als bisher in energetische Modernisierungen investiert wird.

Das Ergebnis: "Eine umfassende Modernisierung der Wohnungsbestände auf einen hohen Effizienzstandard ist angesichts der Risiken vieler Märkte kaum umsetzbar", sagt Axel Gedaschko, Präsident des GdW. Die Kosten für eine solche Modernisierung könnten weder für den Vermieter noch für den Mieter durch höhere Mieten bzw. durch eingesparte Energiekosten refinanziert werden.

Das Dilemma Energiewende: Höhere Ziele trotz Abbau von Fördermitteln

Darum fordert der GdW, Strategien zum Erreichen der ambitionierten Klimaziele der Bundesregierung in Zukunft lösungsoffen zu diskutieren. Eine einseitige Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) bei gleichzeitigem Abbau der Fördermittel - das gleiche dem Versuch, ein Perpetuum mobile zu konstruieren, kommentiert Gedaschko.

Das ständige Erhöhen der Anforderungen an Modernisierungen habe zur Folge, dass die Eigentümer ihre Mittel auf immer weniger Gebäude konzentrieren müssen. Das verteuere das Wohnen in diesen Gebäuden in sozial nicht verantwortbarer Weise. Außerdem sei dies auch kontraproduktiv für den Klimaschutz - das eigentliche Ziel - da nur wenige Gebäude modernisiert werden und ein Großteil unsaniert bleibt.

Der GdW kritisiert Studien wie die der dena, die dem Effizienzhaus 70 eine warmmietneutrale energetische Sanierung bescheinigt. Durch solche Studien würde nur Verunsicherung erzeugt. Viel wichtiger sei es, die Hemmnisse gegenüber energetischem Sanieren abzubauen. Dabei dürfte aber nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische und soziale Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen. Eine Weiterführung der KfW-Programme zur CO2-Gebäudesanierung hält der GdW deshalb für besonders wichtig.

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