Dienstag, 10.06.2008 | Autor: Dr. Wolfgang Naumer/mb, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007

Das Passivhaus

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007
Eine Variante des Energiesparhauses ist das sogenannte Passivhaus. Es wird fast komplett durch eigene Energiequellen beheizt. Der Eigentümer spart mit dem Passivhaus nicht nur Energie, sondern langfristig gesehen auch Kosten. Zudem winkt ihm staatliche Förderung für sein Haus.

Das Passivhaus ist so gut wärmegedämmt und luftdicht, dass der Eigentümer auf eine herkömmliche Heizungsanlage verzichten sollte. Die Bezeichnung Passivhaus erklärt sich aus dem weitgehenden Verzicht auf aktive Systeme, die gezielt zur Wärmeerzeugung eingesetzt werden, wie zum Beispiel der klassischen Heizung.

Wärmegewinnung beim Passivhaus

Bei einem Passivhaus wird die Wärme dagegen durch die intelligente Nutzung der Sonnenwärme und vorhandener innerer Wärmequellen, fast vollständig - passiv - gedeckt.

Alle Möglichkeiten der Wärmegewinnung, wie Sonneneinstrahlung oder die Abwärme von Bewohnern und Geräten und Leuchten, werden zur Beheizung genutzt. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für frische, warme Luft.

Zertifizierung

Passivhäuser unterliegen strengen Kriterien. Nur ein Gebäude, das vom Passivhaus Institut Darmstadt (Dr. Feist) zertifiziert wurde, darf auch als solches bezeichnet werden. Die dort festgelegten Kriterien gelten für unsere spezifischen klimatischen Verhältnisse.

Passivhäuser setzen ganz auf moderne Haustechnik. Für ein angenehmes Raumklima sorgen die automatische Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und der Erdwärmetauscher.

Jahres-Primärenergiebedarf

Genau wie beim KfW-Energiesparhaus-40 darf der Jahres-Primärenergiebedarf (Qp) nach der EnEV nicht mehr als 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche (An) betragen und der Jahres-Heizwärmebedarf (Qh) nicht über 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche liegen.

Erreicht wird dieser geringe Bedarf durch einen verbesserten baulichen Wärmeschutz, Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung sowie eine maschinelle Lüftung mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung.

Höchstverbrauch und Kosten

Die unter Umständen erforderliche Restheizung erfolgt über die Zuluftnacherwärmung. Wichtiges Kriterium ist der Primärenergiebedarf. Der gesamte Primärenergiebedarf - Restheizung, Warmwasser, Lüftung, Beleuchtung, Kochen, Hausgeräte - darf bei einem Passivhaus 120 Kilowattstunden pro Quadratmeter nicht überschreiten.

Passivhäuser sind nicht ganz billig. Die Mehrkosten für die Erstinvestition in den Bau von rund 20 Prozent, im Vergleich zu einem herkömmlichen Haus, rechnen sich durch die Energieeinsparung (minus 90 Prozent Heizenergie) bei den laufenden Betriebskosten wirtschaftlich jedoch umso schneller, je höher der Energiepreis steigt.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Für den Bau oder Kauf eines Passivhauses können Sie die Förderung der Finanzierung über ein spezielles Programm der staatlichen KfW-Bank in Anspruch nehmen.