Montag, 20.04.2015 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Tiberius Gracchus - Fotolia.com

Bauen in der City: Platznot macht erfinderisch

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Worum geht´s
  • Ungewöhnliche Bauplätze in der Stadt 

Immer mehr Deutsche zieht es in die Stadt, doch dort ist ein Bauplatz teuer und zudem knapp. Doch Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Wer also noch nach einem geeigneten Bauplatz sucht, sollte über ungewöhnliche Baulandreserven nachdenken. 

An Bauplätzen in der Stadt mangelt es, dennoch möchten die meisten Deutschen gern in der City wohnen. Alternatives Bauland muss also her und so kommen potenzielle Bauherren auf die ungewöhnlichsten Ideen.

Jedes Dach könnte ein potenzieller Bauplatz sein, aber auch die Konversion (= Umnutzung bzw. Nutzungsänderungen) bietet Chancen, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Verbandes Privater Bauherren (VPB).

Aufgestockt: Dächer als mögliche Bauplätze in der Stadt

Jedes Dach ist ein potenzieller Bauplatz: Voll erschlossen und mit funktionierender Infrastruktur. Kommunale Wohnungsbaugesellschaften stocken bereits seit Jahren ihre Nachkriegshäuser auf und bebauen die meist großzügigen Freiflächen zwischen den Mietsblöcken mit zusätzlichen Wohnungen.

Allerdings zeigen sich Eigentümergemeinschaften noch zurückhaltend bei der Dachnutzung. Das liegt unter anderem auch daran, dass sich alle Eigentümer einig sein müssen, darum liegen die Reserven auf dem eigenen Dach meist brach. 

Dabei könnten sie oft ein weiteres Geschoss aufsatteln und so zusätzliche Wohnfläche zum Verkauf oder zur gemeinsamen Vermietung stellen.

Der Bauplan regelt, wie hoch Sie hinaus dürfen

Die maximal mögliche Gebäudehöhe ist durch den Bebauungsplan geregelt, die meistens allerdings schon ausgeschöpft ist.

Dennoch lohnt sich ein Vorstoß bei der Kommune, denn immer mehr Städte und Gemeinden fördern die Nachverdichtung, auch durch Aufstockung bestehender Gebäude. 

Umnutzung hilft gegen Bauplatznot

Seit der Wende haben ausländische Truppenverbände Deutschland verlassen und dabei viele leere Kasernen hinterlassen. Etliche stammen noch aus der Kaiserzeit, sie stehen deshalb oft unter Denkmalschutz. Dafür liegen sie sehr zentral und bieten somit eine gute Möglichkeit für Baugruppen, sich Teile solcher Anlagen zu sichern.

Gleiches gilt für ehemalige Gewerbeflächen oder große Fabrikareale, für die neue Nutzungen gesucht werden.

Baugemeinschaften brauchen dazu neben Kapital gute Ideen, denn oft muss ihr Vorhaben baurechtlich aufwendig genehmigt werden, weil kein Bebauungsplan existiert. Dazu müssen sie zunächst einmal die Kommunalpolitiker und Anwohner von ihrer Idee überzeugen. 

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 meineimmobilie.de-Tipp

In der Tendenz sind Immobilien in einer Stadt sicherlich auch wertbeständiger. Aber Sie sollten dennoch auch die Nachteile mancher Bebauungspläne nicht aus dem Auge verlieren. Wenn auf der Brachfläche zuvor ein Industriebetrieb war, können Schadstoffverunreinigungen für Probleme sorgen.