Dienstag, 12.11.2013 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © M. Schuppich - Fotolia.com

Barrierefreiheit: Die Lösung steckt im Detail

Foto: © M. Schuppich - Fotolia.com
Worum geht´s
  • Barrierefreiheit - an die Bedürfnisse im Alter denken.
Stichworte zu diesem Thema

Barrierearm, barrierefreundlich, altengerecht oder seniorengerecht: Wer seine Immobilie für die Bedürfnisse im Alter anpassen lässt, sollte sich auf diese Begriffe nicht verlassen. Sie beschreiben keine verbindlichen Standards, deshalb Bau- und Umbaumaßnahmen detailliert vereinbaren.

In Zeiten des demografischen Wandels überlegen viele Immobilienbesitzer, ihre Immobilie an die Bedürfnisse im Alter anzupassen. Bau- und Umbaumaßnahmen sollten allerdings detailliert mit der Firma vereinbart werden, damit es zu keinen Missverständnissen, Versäumnissen oder Fehlern komme, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Bauherren-Schutzbundes e.V..

Für Barrierefreiheit Experten zu Rat ziehen 

Diplom Ingenieurin Heike Böhmer, geschäftsführende Direktorin des Instituts für Bauforschung e.V. Hannover, rät Immobilienbesitzern sich von unabhängigen Experten beraten zu lassen, bevor überhaupt eine Entscheidung oder eine Beauftragung erteilt wird. „Verträge und Planungen sollten von ihnen fachlich und rechtlich geprüft werden“, so die Bauexpertin. Zu raten sei, dass nur kompetente und erfahrene Fachfirmen mit entsprechenden Referenzen den Auftrag erhalten und die Ausführung sachverständig begleitet wird. „Die Folgen von Missverständnissen, Versäumnissen und Fehlern können für Verbraucher dramatisch sein.“

Barrierefreiheit abseits der DIN-Norm

Besonders bei älteren Gebäuden stoße manchmal auch der gute Berater und erfahrene Planer wegen baulicher Gegebenheiten an Grenzen des Machbaren. Aber auch dann seien Optimierungen möglich, die in vielen Fällen den Anforderungen der Nutzer entsprechen. Man spreche dann als Kompromisslösung von Barrierereduzierung. „Hier sind vor allem Vertrauen, Transparenz, Erfahrung und Kommunikation „auf Augenhöhe“ wichtig. Ich kenne viele Objekte, die zwar nicht „barrierefrei nach DIN 18040“ sind, aber „barrierefrei für die Bewohner“, so die Praxiserfahrung der Expertin. Ein solch individuell gutes Ergebnis sei jedem Verbraucher zu wünschen. 

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.
Topstory: Mit dem Rollstuhl die Sonne im Garten genießen oder eigenes Obst und Gemüse ernten: Oft sind es naheliegende Ideen, die den barrierefreie Garten auch für Betagte und Behinderte ermöglichen.
„Barrierefreies Wohnen“ heißt ein Schlagwort unserer Zeit. Es geht darum, Häuser senioren- und behindertengerecht zu machen. Ob durch eine Rollstuhlrampe am Hauseingang oder eine Verbreiterung der Türen. Ob durch die Anbringung von Haltegriffen im Bad oder den Einbau einer Sitzwanne. Allerdings sind solche Umbauten nicht ganz billig. Nur gut, dass Sie die Kosten absetzen können.

 meineimmobilie.de-Tipp

Lassen Sie den Fiskus an den Umbaukosten teilhaben.

Bei Eigenheimnutzern verlangt das Finanzamt allerdings einen Nachweis, dass der barrierefreie Umbau nötig war. Den erbringen Sie in Form eines ärztlichen Attests.

Bei Vermietern ist dieser Nachweis nicht nötig: Eine Mietwohnung barrierefrei umzubauen, ist Ihre persönliche Investitionsentscheidung. Solange die Kosten für den Umbau nicht gegen eine Absicht sprechen, mit der betreffenden Immobilie Gewinne zu erzielen, wird das Finanzamt sie anerkennen.