Freitag, 19.11.2010 | Autor: mb

Altbauten: Abrissbirne oder Sanierung

News: Wer ein älteres Haus kauft oder erbt, sollte genau überlegen, ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, den Altbau zu sanieren. In bestimmten Fällen könnte es günstiger sein, das Gebäude abzureißen und durch ein neues zu ersetzen.

Wenn ein Altbau grundsaniert werden muss, kommen auf den Eigentümer hohe Kosten zu. Häufig braucht das Haus nicht nur eine Fassadendämmung und ein neues Dach, sondern auch neue Leitungen für Heizung, Strom und Abwasser. Wer dann noch die Raumaufteilung ändern und die Haustechnik modernisieren will, der muss für die Rundumerneuerung der Immobilie einen sehr hohen Betrag investieren. In solchen Fällen sollten sich Eigentümer überlegen, ob statt einer Sanierung nicht ein Abriss mit anschließendem Neubau wirtschaftlicher wäre. Das rät die Bayerische Ingenieurekammer-Bau in einer Pressemitteilung.

Die meisten Altbauten sind nicht energieeffizient

Rund 83 Prozent der sogenannten Bestandsgebäude seien aus heutiger Sicht nicht energieeffizient und gelten als unwirtschaftlich. "Besonders bei solchen Gebäudearten ist der Bestandsersatzbau eine echte wirtschaftliche Alternative", sagt Alexander Lyssoudis von der Ingenieurekammer. Das betreffe erfahrungsgemäß vor allem alle bis 1978 errichteten Wohngebäude.

Sanierung oder Abriss

Ob eine Sanierung oder ein Abriss sinnvoller wäre, müsse genau untersucht werden. "Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten, das hängt vom Einzelfall ab", sagt Ulrich Scholz von der Ingenieurekammer. Grundsätzlich gelte jedoch, dass die Sanierung teurer werden könnte als ein Neubau, je mehr Veränderungen an einem Gebäude erforderlich sind. Je nach Nutzung des Hauses könnten kostenintensive Sanierungs- und Umbaumaßnahmen erforderlich sein. "Bei einem Altbau ist es schwer eine Lüftung nachzurüsten, wenn dafür keine Schächte vorgesehen sind", erläutert Scholz. "Und bei einem Denkmalgebäude kann ich nicht einfach außen eine Wärmedämmung anbringen." Und in Hinblick auf die Nutzung eines Hauses als Altersvorsorge stellt er fest: "Eine Anpassung an altersgerechtes Wohnen ist bei Altbauten mit engen Treppenhäusern und Türen fast unmöglich."

Aufwand für technische Neuerungen

Zu bedenken sei auch der Stand der technischen Anlagen. "Beispielsweise sind alte Rohrleitungen in der Trinkwasserinstallation aus hygienisch bedenklichen Werkstoffen heute oft ein Grund, die zentrale Wasserversorgung gegen eine nach dem heutigen Stand der Technik auszutauschen", sagt Lyssoudis. Hier sei der finanzielle Aufwand häufig mit dem eines neuen Gebäudes vergleichbar oder sogar noch größer.

Kosten für Abriss und Neubau

Gegen einen Neubau sprechen dagegen die mitunter hohen Abrisskosten für die bestehende Immobilie. In der Regel fallen dafür laut Ingenieurekammer tatsächlich mehrere tausend Euro an. Zu den Argumenten für einen Neubau zählt Lyssoudis auf: "Zum Beispiel eine optimale und modernere Raumaufteilung, eine energiesparende Gebäudehülle und eine lange Sanierungspause, weil auch die technischen Anlagen neu sind." Für einen Neubau spreche auch die höhere Kostensicherheit im Vergleich zur Sanierung.

Dennoch müssen die Argumente pro und contra Abriss genau abgewogen und nach dem konkreten Fall entschieden werden. "Wenn das Gebäude gut in Schuss ist und es beispielsweise nur um eine vergrößerte Türöffnung oder neue Fenster geht, ist natürlich eine Sanierung billiger", sagt Scholz. In jedem Fall wichtig für Eigentümer sei die Unterstützung durch einen Fachmann. Ansonsten könne der vermeintlich günstige Altbau für den Käufer zu einer teuren Überraschung werden.

Kommentare (1)

26.11.2010, 14:43 Uhr von Matulla Profil ansehen
Es gibt ein Sprichwort das heißt: "Wer viel Geld hat und ist sau dumm, der kauft ein alt Haus und baut's um." In der heutigen Zeit ist eine Investition in eine Immobilie total unrentabel. Wo sich Dinge schnell ändern, kann, das was jetzt mondern ist, in wenigen Jahren veraltet sein und deiner erneuten teuren Investition bedürfen. Das ist dann wie die Geschichte mit dem Hasen und dem Igel.

 meineimmobilie.de-Tipp


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