Montag, 20.10.2014 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Otto Durst - Fotolia.com

Aktuelle Umfrage: Wie steht es um Ihre Wohnwünsche im Alter?

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Worum geht´s
  • Umfrage zu Wohnwünschen und barrierearmem Wohnkomfort von selbstnutzenden Wohneigentümern

Deutschland wird immer älter - und auch dann will man schön und angenehm wohnen! Damit das möglich ist, wird ein altersgerechtes, barrierearmes Bauen und Wohnen immer wichtiger. 

Wie es um das Interesse an altersgerechtem Wohnen, dem Wissensstand und Informationsbedarf, den Motiven für eine Umgestaltung der Wohnung und die tatsächliche bauliche Umsetzung steht, zeigt eine aktuelle Studie zum Thema "Wohnwünsche und barrierearmer Wohnkomfort". 

"Wie sieht die perfekte altersgerechte Wohnung aus?" Die Frage wollten der Bauherren-Schutzbund e. V. und der Verband Wohneigentum e. V. in einer gemeinsamen Studie zu Wohnwünschen im Alter den Bedarf an altersgerechtem Wohnkomfort klären.

Dabei ging es um den Kenntnisstand zu Maßnahmen und Problemlösung, der Bereitschaft der Eigentümer zum Umgestalten ihrer Wohnungen und wie die finanzielle Situation von selbstnutzenden Wohneigentümern ist, sich das überhaupt leisten zu können.

Im Alter ist Wohnen auf mehreren Etagen beschwerlich 

Aufgrund ihres Baujahres müssten die meisten Gebäude der befragten Wohneigentümer erst einmal ihren Wohnraum altersgerecht anpassen, wenn sie auch noch später darin wohnen bleiben wollen. 

Mit einer relativ großen Wohnfläche von durchschnittlich 63,06 Quadratmetern bieten diese Gebäude oft ein erhebliches Potenzial für eine barrierearme oder sogar barrierefreie Anpassung.

Allerdings ist hier immer eine Kosten-Nutzen-Analyse im Einzelfall notwendig.

Die meisten wissen nicht, was und wie sie altersgerecht umbauen sollen

Zwar geben die Befragten an, ausreichend informiert zu sein. Dennoch zeigt die Studie, dass Beratungen zu den verschiedenen technischen Möglichkeiten und finanziellen Förderungen kaum in Anspruch genommen werden.

Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen: Es besteht noch immer ein tatsächlicher Beratungsbedarf, nicht zuletzt um das Bewusstsein der Betroffenen schon jetzt für die Problematik zu schärfen.

Am liebsten wollen alle bis ins hohe Alter selbstständig wohnen

Verfolgt man das gesellschaftspolitische Ziel, dass die Menschen ihrem Wunsch entsprechend möglichst lange selbstständig in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben sollen, muss auch der Wohnraum altersgerecht weiterentwickelt werden.

"Dabei muss eine übermäßige Verteuerung von Bau und Umbau vermieden werden. Denn selbstnutzende Wohneigentümer stemmen noch viele weitere Kostensteigerungen, angefangen bei der Grunderwerbsteuer über die Kosten für energetisches Bauen und Sanieren bis hin zu den laufenden Kosten für Strom und Energie", mahnt Peter Mauel, 1. Vorsitzender Bauherren-Schutzbund e. V.

Barrierefreies Wohnen muss Standard werden

Hilfreich wäre, wenn aus den geforderten Sondermaßen für den barrierefreien Bau allgemeingültige Standardmaße würden. Dies würde den Bau barrierefreier Wohnungen nicht künstlich verteuern.

Allerdings darf nicht nur der barrierefreie Neubau als Orientierung dienen, die Politik muss insbesondere den barrierereduzierten Umbau von Bestandsgebäuden in gewachsenen sozialen Strukturen weiter fördern.

Die Wiedereinführung des KfW-Investitionszuschusses "Altersgerecht Umbauen" seit 1.10.2014 ist diesbezüglich der richtige Weg in diese Richtung.
 

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Das Gärtnern ist für viele Menschen ein Hobby und es ist eine echte Einschränkung, wenn dies im zunehmenden Alter nicht mehr klappt. Dabei ist es gar nicht so schwer, einen Garten barrierefrei zu gestalten, so dass er auch mit Rollstuhl oder Rollator noch Spaß macht.
Mit oftmals recht einfachen Mitteln lässt sich ein Garten barrierefrei gestalten. Acht Tipps, damit der Garten zum beschwerdefreien Genuss wird.
Barrierearm, barrierefreundlich, altengerecht oder seniorengerecht: Wer seine Immobilie für die Bedürfnisse im Alter anpassen lässt, sollte sich auf diese Begriffe nicht verlassen. Sie beschreiben keine verbindlichen Standards, deshalb Bau- und Umbaumaßnahmen detailliert vereinbaren.
Im Mietrecht gibt es schon seit der Mietrechtsreform vom 1.9.2001 ein neues Wort: „Barrierefreiheit“ heißt es. Dahinter verbirgt sich das Recht Ihres Mieters, seine Wohnung und den Zugang dorthin behindertengerecht umbauen zu dürfen. Vor der Mietrechtsänderung war es noch so: Ungefragt durfte Ihr Mieter in den Mieträumen nichts baulich verändern. Wollte er statt der Badewanne eine behinderten- oder altersgerechte Dusche einbauen, musste er Sie um Erlaubnis fragen.

 meineimmobilie.de-Tipp

Beteiligen Sie das Finanzamt an Ihren Umbaukosten für altersgerechtes Wohnen.


Bei Eigenheimnutzern verlangt das Finanzamt allerdings einen Nachweis, dass der barrierefreie Umbau nötig war. Den erbringen Sie am einfachsten in Form eines ärztlichen Attests.


Bei Vermietern ist dieser Nachweis nicht nötig: Eine Mietwohnung barrierefrei umzubauen, ist vielmehr Ihre persönliche Investitionsentscheidung. Allerdings können Sie die Umbaukosten absetzen, solange das Finanzamt sieht, dass Sie nach wie vor mit Ihrer Immobilie Gewinn erzielen und nicht nur Verluste einfahren wollen.