Dienstag, 16.03.2010 | Autor: Jörg Stroisch

Sicherheit im Haus

Wie mache ich mein Haus einbruchssicher? Diese Frage stellen sich Hausbesitzer immer wieder. meineimmobilie.de-Kolumnist Jörg Stroisch beschreibt seine eigenen Erfahrungen.

Das saß: Der Schlüsseldienst sollte einen nebensächlichen Schlüssel nachmachen – und bei der Gelegenheit ließ der Mann gleich eine Bombe platzen: „30 Sekunden und jeder Dieb ist hier im Haus“, sagte er. Und weiter: „50 Euro pro Fenster und das ist sicher.“

Ich entschied mich, lieber zunächst mal eine kriminalpolizeiliche Beratungsstelle aufzusuchen, die gibt es an vielen Orten und die Beratung ist kostenfrei. Dort demonstrierte mir der Beamte gleich, dass ein einfacher Schraubenzieher reicht und schon hat der Dieb – in weniger als 30 Sekunden – das Fenster geöffnet. „Diebe sind auch Spezialisten“, verriet der Polizist. „Wohnungseinbrecher würden niemals in eine Firma einbrechen und umgekehrt.“ Interessant auch: „In jeder Stadt ist die Situation eine andere.“ Während mancherorts Fenster eingeschmissen werden, ist an anderen Orten nur der Schraubenzieher Einsatzwerkzeug. Entsprechend differenziert muss man also auch das Thema Einbruch betrachten. Und mit 50 Euro lässt sich ein altes Fenster definitiv nicht einbruchssicher machen, das wurde bei der Beratung auch schnell klar.

Auf jeden Fall ein guter Tipp ist es, sich zu informieren. Denn wenn einmal eingebrochen wurde, ist es zu spät. Das subjektive Sicherheitsgefühl im eigenen Haus lässt sich nie mehr herstellen.

Websitetipp: einbruchschutz.polizei-beratung.de

Kommentare (1)

18.4.2010, 16:33 Uhr von Juergen0202 Profil ansehen
"Nicht bei mir" ist die Reaktion vieler Hausbesitzer, um sich dem unangenehmen Thema "Einbruch" gar nicht erst stellen zu müssen. Wenn dann aber etwas passiert, wie z. B. in der Nachbarschaft meiner Eltern kürzlich ("eigentlich eine beschauliche Gegend - und hier gibts Einbrecher!?"), sitzt der Schock meistens tief. Wer dann über eine Absicherung von Haus oder Eigentumswohnung nachdenkt, für den ist die Polizeiliche Kriminalprävention auf jeden Fall eine gute Anlaufstelle. Hier werden die Sicherheitslücken am Gebäude analysiert und Maßnahmen empfohlen, diese zu schließen. Ich habe letztes Jahr ein Seminar der Kriminalprävention besucht - da wurde erläutert, wie Täter in ein Gebäude kommen und wie man sich vernünftig gegen das Risiko Einbruch schützen kann. Ein paar Grundsätze, die mir noch spontan einfallen: 1.) Solide mechanische Sicherung (Tür mit hoher Schutzklasse, ggf. Fenster- und Balkontürsicherungen) 2.) Nachbarschaftshilfe (aufmerksame Nachbarn, die nicht wegschauen und im Falle des Falles Alarm schlagen) 3.) Eine Alarmanlage als Extra-Schutz, wenn auf Nachbarn kein Verlass ist bzw. eine anonyme Wohnsituation gegeben ist). Am besten kombiniert mit mechanischen Schutz und zertifiziert durch den VdS home (VdS ist die unabhängige Prüfstelle des Gesamverbandes der Versicherungswirtschaft GDV). Erwägt man die Anschaffung einer solchen Anlage, sollte man auch gleich den Schutz gegen Feuer und andere Notfälle mit abdecken. 4.) Videoüberwachung dort, wo hohe Werte auf dem Spiel stehen oder die Beweisführung eine entscheidende Rolle spielt (Gewerbeimmobilien). 5.) Sicherheitsbewußtsein und gesunder Menschenverstand. Am Ende ist natürlich jedes System nur so sicher, wie der Mensch, der es bedient. Gelegenheitstäter brauchen nur Minuten für einen "Bruch". Da ist es schon riskant Fenster oder Terassentüren offen zu lassen, während man "nur mal kurz" den Nachbar besucht. Spätestens bei der Rückkehr ins eigene Heim erlebt so mancher dann eine böse Überraschung... Fazit: Ein Einbruch ist immer ein Schock, verbunden mit dem unbehaglichen Gefühl, nicht mehr wirklich sicher in den eigenen vier Wänden zu sein. Deshalb sollte es der Immobilienbesitzer gar nicht erst so weit kommen lassen und sich vorab informieren. Nutzliche Links: http://www.nichtbeimir.de (Initiative von Polizeilicher Kriminalprävention, GDV usw.) http://www.vds-home.de (unabhängiges Pürfsiegel für Sicherheitstechnik für das eigene Heim; nicht für Gewerbeobjekte) http://www.abus-secvest.com (relativ informative Seite eines Herstellers von Alarmanlagen)