Dienstag, 01.02.2011 | Autor: Heidi Schnurr

Runter mit den Unterhosen

... vom Balkon meine ich natürlich. Aber auch nur, wenn Sie in Kiew rund ums Stadion wohnen. Denn Kiew ist einer der Austragungsorte für die Fußball-Europameisterschaft 2012 und damit das "Städtlein" richtig schmuck aussieht, hat es sich Einiges einfallen lassen: Eigens dafür gibt es jetzt in einer 500 m weiten Zone rund ums Stadion neue Verhaltensregeln ...

 

... damit Herr Müller, Herr Ibrahimovic, Herr Ronaldo & Co nicht von flatternder bunter Unterwäsche oder halbnackt auf ihren Balkonen sitzenden Menschen abgelenkt werden, wenn sie den Ball ins Tor kicken. Sogar gegen Gerümpel auf dem Balkon will die Stadt vorgehen.

Mal ehrlich: Wenn Sie jetzt sofort ein Bild von Ihrem Balkon vor Ihrem geistigen Auge heraufbeschwören, was würden wir dort sehen? Gestapelte Wasserkisten? Einen unabgeräumten Wäscheständer? Oder denken Sie an die erste Frühlingssonne am Morgen und Ihre Frühstücksgewohnheiten auf dem Balkon: Graue Jogginghose, labbriges - oder schlimmer noch - viel zu kurzes T-Shirt?

Wenn Sie all das hätten, würden Sie dann Ärger mit den Kiewer Behörden bekommen?

Die Stadtverwaltung begründet ihre Verhaltensregeln so: Halbnackte Menschen passten nicht ins Bild der Millionenmetropole! Deswegen soll das Einhalten der neuen Verhaltensregeln rund um das Nationalstadion sogar streng kontrolliert werden.

Da frage ich mich: Was ist mit den hässlichen Parabolantennen, den vertrockneten, vermoosten Blumenkästen, den teilweise abgeschossenen oder gerissenen bunten Plastiksichtschutze an den Balkongeländern: Alles weg?

Und die entspannte Abendzigarette oder das gemütliche Glas Rotwein bei Sonnenuntergang auf dem Balkon: Bald verboten?

Auf welche "Balkoneinblicke" könnten Sie liebend gern verzichten - auch wenn Sie nicht in Kiew wohnen? Machen Sie Ihrem Herzen Luft: Im heutigen Blog von meineimmobilie.de.

Kommentare (1)

1.2.2011, 19:07 Uhr von Gilhorn Profil ansehen
Mit den Balkonen ist es wie mit den Kofferräumen in Autos. Manche Zeitgenossen sammeln eben überall ihren Müll und andere Mitmenschen halten eine gewisse Grundordnung. Als Vermieter sollte man die erste Art meiden. Eine Immobilie ist schneller als man denkt zum Slum verkommen. Falls in der Immobilie jemand zum Müllsammeln neigt, muss man sofort und hart durchgreifen, sonst ist der Ruf dahin und kostet Mieteinnahmen. Ist kein Müll auf den Balkonen sichtbar, dann schmeckt auch die Zigarre und das Glas Rotwein besser.