Montag, 07.03.2011 | Autor: Michael Brückner/mb

Lohnt sich eine eigene Immobilie noch?

Mieter stehen vor der Entscheidung, ob sie sich eine Immobilie kaufen sollen oder doch lieber weiterhin Miete zahlen. Das eigene Heim kann sich nach wie vor lohnen.

Auch für Selbstnutzer ist die Frage, ob sich eine Immobilie lohnt, von Interesse. Zwar spielen bei dem Wunsch nach den eigenen vier Wänden häufig auch andere als nur wirtschaftliche Gründe eine Rolle, doch sollten diese Aspekte nicht völlig außer Acht bleiben und auch das Undenkbare ins Kalkül gezogen werden: der Verkauf der eigenen Immobilie.

Wunsch nach ungestörtem Wohnen

Natürlich spielen für Selbstnutzer hauptsächlich andere Gründe eine Rolle, die für den Erwerb sprechen. So ist der Wunsch nach ungestörtem Wohnen und freier Gestaltung des Wohnraums Auslöser für viele Kaufentscheidungen.

Doch selbstverständlich wollen Eigentumswohnung im Vergleich zur Mietwohnung finanzielle Vorteile mit sich bringt, und wie die Immobilie im Vergleich zu anderen Kapitalanlagestrategien abschneidet.

Steuervorteile als leere Versprechung

Gerne preisen Anbieter Steuervorteile an, die ein Erwerb von Wohnungen mit sich bringt, und veräußern damit zum Teil überteuerte Immobilien an ahnungslose Käufer. Viele Verbraucher sind jedoch nie in den Genuss der versprochenen Steuervorteile gekommen und mussten zum Teil sogar noch erhebliche Summen nachschießen, da die Immobilien nur schwer zu vermieten waren. Zahlreiche Klagen auch gegen renommierte Banken oder Bausparkassen waren die Folge.

Ein Kaufinteressent sollte immer darauf achten, dass sich das Investment auch ohne Steuervorteile rechnet. Steuervorteile sind lediglich als staatlicher Bonus anzusehen.

Vermögensbildung durch eigene Immobilie

Bei einem Vergleich von Mietwohnung und Eigenheim wird deutlich, dass Bauherren oder Wohnungserwerber, die ihre Immobilie selbst nutzen, langfristig gesehen über mehr Vermögen verfügen als Mieter.

Während die Immobilie zu Beginn der Finanzierung noch ein teureres Vergnügen ist als die Mietwohnung und Eigennutzer einen höheren Prozentsatz ihres Einkommens für Wohnkosten ausgeben, kehrt sich mit fortschreitender Tilgung der Kredite das Verhältnis um.

Wertsteigerung der Immobilie

Der Eigenheimbesitzer zahlt anfangs die Raten für das Fremdkapital, das er aufgenommen hat. Für Tilgung und Zins entsteht dabei - je nach Höhe des Kredits - eine recht hohe monatliche Belastung. Deshalb ist das Wohnen im Eigenheim in den ersten Jahren meist teurer als in der Mietwohnung.

Die Frage, wie Immobilien im Vergleich zu anderen Geldanlageformen abschneiden, war bereits des öfteren Inhalt von Studien. Dass Eigenheime in der Vergangenheit durchaus mit Finanzanlagestrategien konkurrieren konnten, hat das Pestel Institut Hannover in einer langjährigen Untersuchung herausgefunden.

Auch nach der Finanzierung fallen Kosten an

Beim Erwerb oder Bau einer Immobilie muss auch bedacht werden: Die eigenen vier Wände wollen gehegt und gepflegt werden. So können im späteren Verlauf des Besitzes weitere Kosten durch Dachreparaturen, neue Fenster, Anbauten oder Ähnliches hinzukommen. Deshalb fallen nach der Finanzierungsphase noch Aufwendungen an, für die Rücklagen gebildet werden sollten.

Steuerfreie Ausschüttung

Selbst wenn mit der Immobilie keine Wertsteigerung erzielt wird, ist eine Rendite von vier Prozent kein so geringer Wert, wie es zunächst erscheint. Denn im Vergleich zu allen anderen Anlageformen ist die eingesparte Miete die einzige Ausschüttung in Deutschland, die steuerfrei ist.

Fazit

Als Fazit bleibt festzuhalten: Während sich die Immobilie als Kapitalanlage vor allem für Finanzierer mit wenig Eigenkapital und überdurchschnittlichem Einkommen lohnt, sind die eigenen vier Wände für Selbstnutzer besonders bei genügend Eigenkapital und durchschnittlichem Einkommen von Vorteil.

Dies gilt insbesondere dann, wenn staatliche Zuschüsse den Bau oder Erwerb unterstützen. Das Eigenheim ist eine risikoarme Anlageform, mit der sich eine durchaus solide Rendite erzielen lässt. Voraussetzung allerdings ist, dass es dem Bauherrn oder Erwerber gelingt, eine Immobilie zu finanzieren, bei der die eingesparte Miete zu einer angemessenen Verzinsung des eingesetzten Kapitals führt.

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