Energieeffizienz: EU-Label auf dem Weg

Die EU-Kommission hat die geplanten Änderungen für die Kennzeichnung der Energieeffizienz bei Haushaltsgeräten befürwortet. Nun muss der Richtlinienentwurf noch vom EU-Parlament und dem Europäischen Rat verabschiedet werden. Bereits im Sommer 2009 sollen die Durchführungsrichtlinien in Kraft treten. Danach haben die EU-Mitgliedsstaaten Zeit, die Richtlinien national umzusetzen. Spätestens ab 1. Januar 2011 soll das sogenannte "EU-Label" in allen Ländern der Europäischen Union gelten.
Genauere Abstufungen in Effizienzklasse A
Das neue EU-Label soll die momentan gültige Kennzeichnung von Energieeffizienzklassen ablösen. Zwar bleiben auch künftig die farbigen Balken bestehen, die die Energieeffizienz eines Geräts anzeigen. Doch Geräte, die besonders energieeffizient sind, werden abgestuft in weitere Kategorien eingeteilt. "Die Aktualisierung des EU-Labels war längst überfällig, weil immer mehr energieeffiziente Geräte am Markt angeboten werden, die wesentlich besser sind als Energieeffizienzklasse A. Bislang konnten sie aber nicht entsprechend gekennzeichnet werden und gehörten trotz großer Unterschiede im Energieverbrauch derselben Effizienzklasse an", erklärt Annegret-Cl. Agricola, Bereichsleiterin Energiesysteme und Energiedienstleistungen bei der Deutschen Energieagentur (dena). "Verbraucher hatten es bislang schwer, die wirklich energieeffizienten Elektrogeräte zu erkennen", sagte Agricola in einer Pressemitteilung.
Künftig sollen auch Fernsehgeräte mit dem EU-Label gekennzeichnet werden. Nach Angaben der dena tragen energiefressende Fernseher in erheblichem Maße zum Energieverbrauch in den Haushalten bei. Außerdem soll das neue Label mit vereinfachten und EU-weit verständlichen Piktogrammen Angaben zum jährlichen Energieverbrauch, dem Fassungsvermögen und der Geräuschemissionen von Haushaltsgeräten machen.
Anreize für energieeffiziente Produkte
Hintergrund für die Änderung der Energieeffizienz-Kennzeichnung: Die Mitglieder der Europäischen Union wollen den Stromverbrauch in Haushalten senken. Hersteller sollen deshalb künftig energieeffizientere Geräte entwickeln. "Die Überarbeitung des EU-Labels wird für mehr Transparenz auf dem Markt sorgen und ihm neue Impulse geben, denn die Hersteller haben jetzt noch stärkere Anreize energieeffiziente Produkte anzubieten", sagt Annegret Agricola von der dena.