Donnerstag, 12.05.2011 | Autor: heihec

Datenschützer kritisieren Volkszählung

News: Ein Drittel der deutschen Bevölkerung nehmen ab dem 9. Mai bei der von Datenschützern stark kritisierten Volks-, Wohnungs- und Gebäudezählung des Zensus 2011 teil. Informationen zu den Kritikpunkten beim Zensus 2011.

Fehlende Anonymisierung, Zweckentfremdung der Daten und das erhöhte Risiko von Datendiebstahl: Die europaweite Volks-, Wohnungs- und Gebäudezählung 2011 ist nach Ansicht der Datenschützer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AK Zensus) überflüssig und in ihrer Umsetzung stark verbesserungswürdig.

Kritikpunkte und Forderungen an Zensus 2011

Immobilieneigentümer und Verbraucher müssen im Rahmen des Zensus 2011 vertrauliche Daten preisgeben. Der AK Zensus kritisiert, dass sich auf planerisch notwendige Angaben beschränkt werden soll, statt Daten zum Migrationshintergrund, der Religionszugehörigkeiten sowie der Weltanschauung zu erfragen.

Des Weiteren sei die Anonymisierung der Daten zweifelhaft. Denn die persönliche Ordnungsnummer macht nachvollziehbar, wer welche Angaben bei der Volkszählung gemacht hat und dies bis zu vier Jahre lang. Dies ist für den angegebenen Zweck der Erhebung jedoch nicht nötig. Der AK-Zensus fordert eine unumkehrbare Anonymisierung der Daten, wie dies bei statistischen Erhebungen üblich und notwendig ist.

Möglichkeit von Datenmissbrauch bei Zensus 2011

Die Daten im Rahmen der Volkszählung werden alle zentral gesammelt und seien nach Angaben des AK Zensus nicht sicher. Die zentrale Speicherung sensibler Persönlichkeitsdaten wecke Begehrlichkeiten und bringe die Gefahr des Datendiebstahls. Die Daten werden von Privatunternehmen verarbeitet.

So entstehen unter anderem zentrale Datenbanken über Menschen mit sogenannten Auskunftssperren - dies betrifft beispielsweise Angehörige von Zeugenschutzprogrammen, Stalking-Opfer, Prominente und Richter. Diese Informationssammlung ist höchst riskant, denn nur nicht erhobene Daten sind sichere Daten.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Immobilieneigentümer, Vermieter und Verbraucher können auch online an der Volkszählung teilnehmen. Hier ist allerdings auch Vorsicht geboten, denn Rechner sind ein beliebtes Angriffsziel von Kriminellen. Mit Schadprogrammen und Phishing-Attacken versuchen Online-Kriminelle, vertrauliche Daten von solchen nicht ausreichend gesicherten PCs zu entwenden. Kontrollieren und sichern Sie ihren Rechner vor der Datenübermittlung.