Mittwoch, 29.09.2010 | Autor: heihech

Richtlinien zur Schimmelpilzbeseitigung

News: Für Hausbesitzer und Vermieter erscheint in Kürze erstmals eine Richtlinie zur Schimmelpilzbeseitigung. Sie soll als Empfehlung und Handlungsanweisung zum sachgerechten Erkennen, Bewerten und Instandsetzen von Schimmelpilzschäden in Gebäuden fungieren.

Der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger e. V. (B.V.S.) und die Gesellschaft für Technische Überwachung mbh (GTÜ) haben erstmals eine Richtlinie zur Schimmelpilzproblematik erarbeitet. Diese soll mit detailliertem Maßnahmenkatalog als probates Regelwerk für den Kampf gegen den Schimmelpilz gelten.

Der richtige Umgang mit Schimmelpilzbefall

"Die Kosten für die Beseitigung von Schimmelpilzbefall in Gebäuden belaufen sich nach Angabe des IFB Institut für Bauforschung e. V. Hannover jährlich auf rund vier Mrd. Euro", erläutert Rainer de Biasi, Geschäftsführer der GTÜ. "Die Ursachen für Feuchteschäden sind vielfältiger Natur und reichen von ungeeignetem Lüftungsverhalten der Mieter über bauliche Mängel bei Abdichtungen und Installationen bis hin zu mangelhaftem Wärmeschutz und Problemen bei den Sanitärfugen."

Schimmelpilzbefall ist im wesentlichen ein hygienisches Problem und hat im Innenraum keine Existenzberechtigung. Durch falschen und unsachgemäßen Umgang mit Schimmelpilzbefall sowie Fehlern bei der Beseitigung wird die Bausubstanz zudem oft nachhaltig geschädigt. Mit den neuen Richtlinien wollen der B.V.S. und GTÜ allen Betroffenen und am Bau Beteiligten eine Orientierungs- und Hilfestellung für den richtigen Umgang mit dem Schimmelpilz bieten.

Substanzschonende Beseitigung von Schimmelpilzen

Ziel der Richtlinie und der Instandsetzung von B.V.S. und GTÜ ist die Wiederherstellung des Zustands vor Schadenseintritt, so dass keine biogenen Raumbelastungen mehr vorhanden sind. Dabei liegt der Fokus auf einer substanzschonenden Beseitigung. Die Richtlinie beschreibt die systematische Vorgehensweise zur Ermittlung der Ursache des Schimmelpilzbefalls, empfiehlt ein Feststellungsverfahren inklusive Schadensklassifizierung und ein darauf aufbauendes Instandsetzungskonzept.

Dieses beinhaltet einen detaillierten Maßnahmenkatalog, der alle Arbeitsschritte von der Instandsetzung bis zur Abnahme abdeckt. Darüber hinaus nennt die Richtlinie genaue Rahmenbedingungen für eine sachgerechte Instandsetzung. Die vollständige Richtlinie erscheint in der November-Ausgabe der Zeitschrift "Der Sachverständige" im Beck-Verlag.

meineimmobilie.de-Tipp:

Als Vermieter bedeutet für Sie Feuchtigkeit oder Schimmel in der Wohnung zumindest immer Ärger: Hängt es mit dem falschen Lüftungsverhalten des Mieters zusammen oder sind dafür Kältebrücken in der Gebäudesubstanz verantwortlich? Gerade auch die energetische Modernisierung bringt auf jeden Fall neue Probleme, denn durch die gut gedämmte Fassade entweicht die Feuchtigkeit nicht mehr aus den Innenräumen. Das bedeutet aber die Gefahr von Schimmel. Deshalb sollten Sie Ihre Mieter ausführlich über die besondere Anforderung an die Wohnungslüftung informieren.

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