Donnerstag, 13.01.2011 | Autor: mb

Gewährleistung: Nachbessern inklusive

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News: Fünf Jahre läuft die Gewährleistungsfrist für Bauleistungen. Tauchen in dieser Zeit Schäden auf, muss der Bauunternehmer auf eigene Kosten sanieren. Doch die Erfahrung des Bauherrenverbands VPB zeigt, dass das nicht immer funktioniert.

Baumängel können ans Licht kommen, wenn der Hausbesitzer längst eingezogen ist. Plötzlich findet er feuchte Stellen an der Wand oder er bemerkt Risse. Laut Gesetz ist dann der Bauunternehmer in der Pflicht: Fünf Jahre lang gilt die Gewährleistung. Treten in dieser Zeit Schäden auf, muss die Firma auf eigene Kosten nachbessern. Darauf weist der Verband Privater Bauherren (VPB) in einer Pressemitteilung zum Thema Gewährleistung hin.

Gewährleistung nicht immer gegeben

Doch die Erfahrung aus der Praxis zeigt auch, dass die gesetzliche Gewährleistungspflicht nicht immer eingehalten wird. "Nicht alle Bauunternehmer sind dazu willens oder in der Lage. Häufig muss der Bauherr der Firma nachlaufen, bis sie den Mangel beseitigt. Manchmal ist das Unternehmen inzwischen sogar insolvent", skizziert Bausachverständiger und VPB-Vorsitzender Thomas Penningh den schlimmsten Fall. "Hoffentlich hat der Bauherr dann eine Gewährleistungssicherheit vereinbart und erhalten und kann jetzt davon die Reparaturen bezahlen."

Schäden nach Sanierung

In manchen Fällen passiert es auch, dass der Bauunternehmer nachbessert und die Schäden danach wieder auftreten. "Manchmal misslingt nämlich die Sanierung auch", erläutet Penningh. "Das beobachten wir beispielsweise bei Feuchteschäden, manchmal auch bei Rissen." Und was ist, wenn es trotz Abdichtung eines Bauteils hinterher immer noch zieht? "Dann sollte der Bauherr trotzdem die Geduld behalten", empfiehlt der Bausachverständige. Es ist nämlich Sache des Unternehmers zu entscheiden, wie der Mangel beseitigt wird. Erst wenn nach der Sanierung immer noch Schäden auftreten und der Bauunternehmer mit seinen Methoden keinen Erfolg hat, dürfe der Bauherr weitere untaugliche Reparaturversuche verweigern, so der VPB.

Bausachverständigen hinzuziehen

Der Bauherrenverband rät bei komplizierten Schäden und Streitfällen mit Bauunternehmen, einen unabhängigen Sachverständigen hinzuzuziehen. Expertenrat sollten Bauherren sich holen, bevor die fünfjährige Gewährleistungspflicht ausläuft. Bei einer Hausbegehung kann ein Sachverständiger Schäden feststellen, die dem Laien bisher vielleicht verborgen geblieben sind.

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