Donnerstag, 28.07.2011 | Autor: mb

Gewährleistung: Baumängel sofort reklamieren

News: Pfusch am Bau ist ein bekanntes Problem und gleichzeitig für viele private Bauherren eine schlimme Vorstellung: Sie fürchten, dass durch Baumängel die Finanzierung ihres Eigentums gefährdet sein könnte. Wichtig ist, Baumängel sofort zu reklamieren und das Recht auf Gewährleistung zu nutzen.

Baumängel müssen Hausbesitzer und Vermieter nicht einfach hinnehmen. Bei der Abnahme und auch noch einige Zeit nach Abschluss der Bauarbeiten sind sie berechtigt, Nachbesserungen zu fordern, wenn gepfuscht wurde. Auf diesen Anspruch auf Gewährleistung weist der Verbraucherschutzverein wohnen im eigentum e.V. in einer Pressemitteilung hin. Der Handwerker, der den Mangel verursacht hat, muss ihn dann auf eigene Kosten beseitigen.

Gewährleistung durch schriftliche Mängelrüge einfordern

Ein Recht auf Gewährleistung haben Auftraggeber allerdings nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Bauverträge auf Grundlage des BGB geben fünf Jahre, VOB/B-Verträge nur vier Jahre Gewährleistung. "Fordern Sie den Unternehmer möglichst schnell auf, die Mängel zu beseitigen, und zwar schriftlich", rät Rechtsanwältin Sandra Weeger-Elsner. Wenn die Firma nicht darauf reagiert, sollte die Mängelrüge noch einmal per Einschreiben mit Rückschein zugestellt werden, um im Streitfall einen Beleg über den Eingang des Schreibens zu haben, empfehlen die Verbraucherschützer von wohnen im eigentum.

Wenn mehrere Baufirmen gleichzeitig tätig sind, ist es für den Bauherren oftmals schwierig, denjenigen ausfindig zu machen, an den er die Mängelrüge schicken muss. Denn Mängelrechte richten sich immer gegen den Vertragspartner, in dessen Leistungsbereich der Mangel fällt. "Manche Bauunternehmer nutzen diese Unsicherheit aus und wälzen die Verantwortung auf andere Handwerker oder auf ihre eigenen Subunternehmer ab", weiß die Rechtsreferentin von wohnen im eigentum. Wer als Laie auf Nummer sicher gehen will, sollte deshalb Mängel gegenüber jeder Firma rügen, die an dem betreffenden Bauabschnitt beteiligt war.

Frist setzen und nur eine Teilsumme bezahlen

Wer Baumängel rügt, muss auch genau beschreiben, um welche Fehler es sich handelt. Und er muss der Baufirma die Möglichkeit geben, die Mängel selbst zu beseitigen. "Setzen Sie eine Frist, in der dies geschehen muss", empfiehlt Sandra Weeger-Elsner. Kommt der Unternehmer der Aufforderung in der vorgegebenen Zeit nicht nach, kann der Kunde einen Teil der Rechnungssumme einbehalten oder einen anderen Handwerker mit der Beseitigung des Mangels beauftragen. Daneben kann der Baukunde einen Anspruch auf Schadensersatz haben.

Kommentare (1)

21.12.2011, 4:17 Uhr von Gans1113 Profil ansehen
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 meineimmobilie.de-Tipp


Dokumentieren Sie Schäden an Ihrem Eigentum möglichst genau. Notieren Sie sich wichtige Daten und machen Sie Fotos oder Filmaufnahmen von den Baumängeln. Wenn Sie unsicher sind, an welchen Stellen Mängel vorliegen, können Sie einen unabhängigen Gutachter beauftragen, sich die Handwerkerleistung anzusehen.