Montag, 11.02.2013 | Autor: Heidi Hecht , Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006

Baumängel am Bau vermeiden

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006
Worum geht´s
  • Baumängel vermeiden
  • Bausachverständigen beauftragen
  • Die häufigsten Baumängel

Durchschnittlich 24.200 Euro müssen Bauherren zusätzlich aufbringen, wenn sie ihren Hausbau nicht von Beginn an von einem Sachverständigen betreuen lassen. Kosten, die verursachte Baumängel beseitigen sollen, die durch Lässigkeit und mangelnde Baukontrolle entstanden sind.

Viele Bauherren verlassen sich beim schlüsselfertigen Bauen allzu sehr auf ihr Glück. Sie vertrauen auf den Bauleiter statt einen eigenen und unabhängigen Sachverständigen zu beauftragen. Dabei vergessen sie, dass der Bauleiter im Dienste des Bauunternehmers steht und entsprechend geringes Interesse daran hat, durch regelmäßige Baukontrollen den Bau zu verzögern. So bleiben dann viele kleine Baumängel unentdeckt und offenbaren sich erst nach Jahren. Und dann wird es für den Immobilienbesitzer teuer - nach Angaben des Verbandes Privater Bauherrn (VPB) müssen Bauherrn durchschnittlich 24.200 Euro für die Beseitigung von Baumängeln draufzahlen.

Gravierende Baumängel am Bau

Zu den gravierendsten Baumängeln auf der Baustelle gehört das Problem der „Abdichtung“. Diplom-Ingenieur Carsten Clobes, Leiter des VPB-Regionalbüros Kassel, hat eigentlich auf jeder Baustelle mit dem Baumangel zu tun. "Oft merke ich das schon bei der Vertragsprüfung: Der Schlüsselfertiganbieter hat gar kein Baugrundgutachten vorgesehen. Ohne Baugrundgutachten kenne ich aber die Bodenverhältnisse nicht, und die sind entscheidend für die Planung und technische Ausführung des Kellers, also dafür, wie ich den Keller gegen Feuchtigkeit, vielleicht sogar drückendes Grundwasser schütze." Fehlt das Bodengutachten, empfiehlt der Bausachverständige seinen Bauherren, es auf eigene Rechnung machen zu lassen. Es kostet im Schnitt 1.000 Euro.

Mit DIN Vorschriften gegen Baumängel


Wie ein Bauwerk, speziell Keller, Flachdach und Balkone, abgedichtet werden muss, das definiert die DIN 18195 "Bauwerksabdichtungen". "Dabei gilt stets der alte Grundsatz: Abdichtung immer auf Rohbauebene. Das heißt, die heute gebräuchliche kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung muss direkt aufs Mauerwerk", erläutert Carsten Clobes. "Werde ich zu spät an eine Baustelle gerufen, finde ich oft die Perimeterdämmung auf den Steinen und die Beschichtung außen drauf. Das ist technisch völlig verkehrt und muss natürlich korrigiert werden."

Der Sachverständige beobachtet weitere Probleme: "Technisch korrekt wird die Bodenplatte mit einer Schweißbahn abgedeckt. Darauf kommen dann die Installation und schließlich der schwimmende Estrich. Auf vielen Baustellen liegt die Schweißbahn monatelang offen. Jeder läuft drüber, lässt Nägel und Schrauben fallen, sie sich festtreten. So entstehen Risse und Löcher. Die werden aber oft nicht entdeckt, weil niemand mehr zum Schluss die Folie säubert und prüft. Das muss aber gemacht werden!"

Weitere häufige Baumängel am Bau

Zu einem weiteren Baumangel am Neubau gehört die Luftdichtigkeit. Das zeigt sich spätestens beim Blower-Door-Test mit Thermografie – sofern diese Untersuchung zum Schluss auch tatsächlich durchgeführt wird. Auch mit Wärmedämmverbundsystemen können längst nicht alle Firmen umgehen, kritisieren die VPB-Berater, ebenso wenig wie mit Dampfbremsen. Sie werden oft falsch eingebaut und mit billigem Klebeband fixiert. Auch klassische Bauaufgaben, wie das Mauern, stellen offenbar immer mehr Firmen vor unlösbare Probleme – sie hinterlassen Fugen mit wenig oder ganz ohne Mörtel oder verwenden statt Mörtel Bauschaum.

Häufig entdecken VPB-Berater Mauern mit zu geringem Überbindemaß. Das bedeutet: Die Steine in den einzelnen Lagen überlappen nicht ausreichend weit. Damit eine Mauer statisch solide steht, muss aber ein bestimmtes Überbindemaß eingehalten werden, sonst ist die Standfestigkeit der Mauer gefährdet. Die Statik mancher Mauer gefährden auch Installateure, die nach Belieben Mauern schlitzen und Rohre und Leitungen auch schon mal mit Bauschaum fixieren.

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Schimmelbildung oder eine unzureichende Wärmedämmung sind oft Anzeichen für Baumängel. Informationen rund um den Baupfusch gibt das meineimmobilie.de Baumängel Dossier.

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