Donnerstag, 05.05.2011 | Autor: mb

Baugrunduntersuchung vor Grundstückskauf

News: Auf seinem Grundstück können den Bauherrn so einige Überraschungen erwarten, zum Beispiel wenn sich kurz vor Baubeginn herausstellt, dass der Boden mit Altlasten verseucht ist. Besser ist es, bereits vor dem Grundstückskauf eine Baugrunduntersuchung durchführen zu lassen.

Guten Baugrund auszuwählen ist ein wichtiger Bestandteil beim Hausbau. Wer vor dem Kauf eine Baugrunduntersuchung durchführen lässt, schützt sich vor späteren Überraschungen. Darauf weist der Verband Privater Bauherren (VPB) in einer Pressemitteilung hin. "Beim Hausbau ist alles genormt, nur der Baugrund, auf dem die Immobilie stehen soll, den kennen wir nicht", sagt Ulrich Schiffler vom VPB und rät deshalb grundsätzlich allen Bauherren zu einer Baugrunduntersuchung als erstem Planungsschritt. "Nur die Baugrunduntersuchung oder -erkundung erlaubt überhaupt eine seriöse Kalkulation der Baukosten. Solange wir nicht wissen, welchen Baugrund wir haben, solange wissen wir auch nicht, wie wir das Haus gründen und konstruieren müssen und was dies letzten Endes kostet."

Baugrunduntersuchung zeigt Bodenverhältnisse

Bei der Baugrunduntersuchung wird mit einer Sonde in die Erde gebohrt. Die Bodenprobe zeigt ein Profil aller Erdschichten an und ist für Experten aussagekräftig. "Dieser Bohrkern erlaubt Rückschlüsse auf die Tragfähigkeit des Bodens und auch auf die Wasserverhältnisse unter Tage", erläutert Schiffler. Wenn die Bodenprobe Zweifel aufkommen lässt, wird sie im Labor genauer untersucht. In einem umfassenden Baugrundgutachten arbeiten Experten dann Empfehlungen für die richtige Gründung des neuen Hauses aus. "Das reicht vom teilweisen oder sogar völligen Bodenaustausch bis hin zu speziellen Pfahl- oder Koffergründungen", erläutert der Bausachverständige. Eine Baugrunduntersuchung kostet laut VPB zwischen 500 und 1.000 Euro. Für das ausführliche Gutachten müssten je nach Aufwand mit 2.000 bis 2.500 Euro gerechnet werden.

Finger weg von Grundstücken mit Geschichte

"Gar nicht kaufen sollten angehende Bauherren Grundstücke mit Geschichte", warnt der VPB-Berater. Dazu zählen zum Beispiel alte Gewerbebrachen. "Flächen, auf denen früher ein Dachpappenbetrieb oder ein Galvanounternehmen stand, sollte niemand kaufen. Auch alte Ziegelkuhlen sind kein guter Baugrund", weiß Ulrich Schiffler. Sie wurden nach dem Krieg häufig mit Hausmüll verfüllt. Unproblematisch sind nach VPB-Erfahrung dagegen meist ehemals landwirtschaftliche Flächen. Auch Flur- und Gewannbezeichnungen wie "Im Moose" oder "Alter Torfbruch" liefern deutliche Hinweise auf problematische Böden.

"In jedem Fall sollten sich Käufer gegenüber dem Vorbesitzer vertraglich absichern, und zwar mit dem Passus, dem Verkäufer seien keine Altlasten bekannt", rät Ulrich Schiffler. Im Idealfall lassen Grundstücksbesitzer und Kaufinteressent gemeinsam eine Baugrunduntersuchung machen. Entpuppt sich das Terrain als problematisch, können sie immer noch über einen Preisnachlass verhandeln. Der Käufer kann die gesparte Summe dann in die Baugrundverbesserung investieren.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Die Beschaffenheit des Bodens ist nicht das einzige Kriterium bei der Wahl eines guten Grundstücks. Studieren Sie vor dem Kauf auch den Flächennutzungsplan der Umgebung, um zu erfahren, welche Bauvorhaben in der Nachbarschaft noch anstehen.