Werkzeuge

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Selbst ist der Vermieter: Wer selber werkelt, braucht dazu Werkzeug. Bestimmte Voraussetzungen müssen aber erfüllt sein, damit das Finanzamt dann bei den Werbungskosten keinen Ärger macht.

Sie kaufen sich extra einen Tapeziertisch, um die Mietwohnung nach dem Mieterauszug selbst renovieren zu können. Oder Sie besorgen sich eine Leiter, um die Glühbirnen im Hausflur Ihres Mietshauses selbst auswechseln zu können.
Die Kosten dafür wollen Sie auf Ihre Steuererklärung setzen. Einziger Haken: Das Finanzamt könnte Ihnen dabei Schwierigkeiten machen. Steuerlich werden die Kosten dafür nur anerkannt, wenn Sie dieses Werkzeug nicht auch gleichzeitig privat nutzen.
Handelt es sich um Spezialwerkzeuge, die Sie normalerweise privat nicht nutzen können, wie z. B. einen Betonmischer, steht der steuerlichen Anerkennung in der Regel nichts im Weg.
Doch damit sind Sie steuerlich noch nicht überm Berg: Wappnen Sie sich für die Frage des Finanzamts, für welche Arbeiten Sie den Betonmischer benutzt haben: Für puren Erhaltungsaufwand? Dann könnten Sie den Betonmischer als Werbungskosten sofort von der Steuer abziehen.
Oder für Herstellungsaufwand? Dann müssten Sie die Anschaffungskosten dafür entsprechend der gewöhnlichen Nutzungsdauer abschreiben. Benötigen Sie den Betonmischer speziell für Herstellungsarbeiten (z. B. für den Neubau einer Immobilie oder den Ausbau des Dachgeschosses), zählen die Werkzeugkosten (unabhängig von ihrer Höhe) zum Herstellungsaufwand (FG Baden-Württemberg v. 25.2.1987, EFG 1987, S. 295; FG Düsseldorf v. 12.5.1987, EFG 1987, S. 451).
Und zwar ganz gleich, wie teuer Sie das Arbeitsgerät kommt: Sie können die Kosten dafür nur zeitanteilig abschreiben.
Benötigen Sie das Werkzeug nur für Instandhaltungs- und Modernisierungsarbeiten (= Erhaltungsaufwand), sind die Kosten für jedes einzelne Werkzeug sofort abziehbar. Allerdings gibt es hier preisliche Grenzen! So darf das Werkzeug ohne Umsatzsteuer maximal 410 Euro (ohne MwSt.) gekostet haben. Mussten Sie mehr dafür hinlegen, gilt das Werkzeug als selbstständiges Wirtschaftsgut, das Sie leider nur über seine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abschreiben dürfen.

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