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Renovierungskosten: Was Sie von der Steuer absetzen dürfen

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Der Maler rückt an: Nicht in Ihrer Privatwohnung, sondern in Ihrer Mietwohnung, denn dort gab es gerade einen Mieterwechsel. 

Das Material sowie die Arbeitskosten gehen ganz schön ins Geld. Verlorene Kosten oder können Sie die zumindest von der Steuer absetzen?  

Zieht Ihr Mieter aus, ohne Schönheitsreparaturen in Ihrer Wohnung auszuführen, gilt Folgendes: Versetzen Sie Ihre Wohnung in den Zustand, in dem sie sich vor der Vermietung befunden hat und in dem sie sich nach dem Vertragsende hätte befinden müssen, können Sie diese Kosten als Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung absetzen. Dafür gibt es die Anlage V in Ihrer Steuererklärung.

Die gilt allerdings nur für vermietete Wohnungen. Sie dürfen die komplette Rechnung absetzen, das heißt nicht nur den Arbeitslohn, die Fahrt- und Maschinenkosten, sondern auch das Material.

Renovierungskosten: Was Sie als Selbstnutzer von der Steuer absetzen können

Die Renovierungskosten für Ihre selbst genutzte Wohnung können Sie leider nicht dort eintragen. Als Eigentümer und Mieter dürfen Sie aber 20 Prozent der Handwerkerkosten, maximal aber 1.200 Euro im Jahr als haushaltsnahe Handwerkerleistung von der Steuer absetzen: Allerdings nur den Arbeitslohn sowie die Fahrt- und Maschinenkosten, nicht dagegen die Materialkosten.   

Renovierungskosten sind Werbungskosten

Scheitert Ihr Renovierungsanspruch gegenüber dem Mieter beispielsweise an einer unwirksamen Endrenovierungsklausel und bleiben Sie auf den Renovierungskosten sitzen, können Sie sich nur noch damit trösten, dass Sie auch diese Renovierungskosten als Werbungskosten von der Steuer absetzen dürfen (FG Baden-Württemberg, Urteil v. 16.12.1998, 2 K 215/98, DB 1999 S. 877).

Schließlich stellen Sie damit den eigentlich vom Mieter geschuldeten vertraglichen Zustand Ihrer Wohnung wieder her. Und weil es sich dabei um entgangene Einnahmen handelt, können Sie diese als Werbungskosten geltend machen.

Renoviert, um selbst einzuziehen: Das sind keine Werbungskosten

Renovieren Sie Ihre ehemals vermietete Wohnung allerdings, um danach selbst dort einzuziehen, dürfen Sie die Kosten dafür nicht als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung angeben (BFH, Urteil v. 11.7.2000, IX R 48/96, BStBl II 2001, S. 784).

Ganz gleich, ob Sie nur kleine Schäden ausbessern, tapezieren oder sonstige Abnutzungsspuren, die der Mieter hinterlassen hat, beseitigen.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Lassen Sie handwerkliche Tätigkeiten, wie etwa Renovierungs-, Erhaltungs- oder Modernisierungsmaßnahmen, an Ihrem Eigenheim bzw. Ihrem Garten durchführen, können Sie die Arbeitsleistung als haushaltsnahe Handwerkerleistung von der Steuer absetzen. Darunter fallen allerdings nicht die Materialkosten. 

 

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