Dienstag, 23.03.2010 | Autor: heihec

Vor Grundstückskauf erst zum Bauamt

News: Wer für den Hausbau ein Grundstück sucht, sollte zunächst das Bauamt aufsuchen und sein Vorhaben abklären. Denn nicht immer kann der Bauherr nach Lust und Laune das Grundstück bebauen.

Grundstücke überlassen die meisten Kommunen heutzutage nur noch Bauträgern oder Investoren, damit sie diese erschließen und vermarkten. Private Bauherren kommen deshalb nur noch über Makler und Zeitungsannoncen an Bauland. Doch oft ist dieses dann viel zu groß oder in der Bebauung beschränkt. Deshalb rät der Verband Privater Bauherren (VPB) vor dem Grundstückskauf zu einem Besuch im Bauamt.

"Wer ein Haus bauen möchte und dazu ein Grundstück sucht, der muss vor dem Kauf einiges klären", gibt Rüdiger Mattis zu bedenken, Vorstandsmitglied des Verbands Privater Bauherren (VPB) aus Leipzig. "Der erste Weg führt deshalb immer zum zuständigen Bauamt. Nur dort kann der Interessent klären, was er auf dem Grund baurechtlich tatsächlich machen kann und was nicht."

Vor Grundstückskauf Blick in Bebauungsplan werfen

Bauen ist in Deutschland sehr unterschiedlich geregelt. Im Rahmen des Baugesetzbuches und der einzelnen Landesbauordnungen liegt die Planungshoheit vor Ort immer bei den Gemeinden. Sie regeln mit Hilfe eines Bebauungsplanes, wie wo im Detail gebaut werden darf. Wer sich für ein Grundstück interessiert, der sollte also zunächst immer bei dem betreffenden kommunalen beziehungsweise Kreisbauamt einen Blick in den gültigen Bebauungsplan für dieses Gebiet werfen. Die so genannten B-Pläne sind für jedermann zugänglich.

Kein gültiger Bebauungsplan für das Grundstück

"Gibt es für das betreffende Wohngebiet keinen gültigen Bebauungsplan, muss das neue Haus nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches geplant werden", erläutert Bausachverständiger Mattis. Dieser Paragraf regelt die Bebauung in Gebieten ohne gültigen Bebauungsplan. Wird nach Paragraf 34 gebaut, müssen sich Neubauten nach den vorhandenen Bestandsbauten richten. "In solchen Fällen muss die zuständige Baubehörde den Einzelfall abwägen", weiß der VPB-Sachverständige. Um rechtsverbindlich Auskunft zu bekommen, muss der zukünftige Bauherr dazu in der Regel eine kostenpflichtige Bauvoranfrage beim Amt einreichen.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Der Flächennutzungsplan kann jederzeit in der Gemeinde eingesehen werden. Im Übrigen wird Ihnen auch Ihre Gemeinde, soweit möglich, Auskunft erteilen. Bedenken Sie, je besser die Wohnlage und die Infrastruktur Ihres Grundstücks ist, desto höher ist auch sein Wert und seine Wiederverkäuflichkeit.