Mittwoch, 25.06.2008 | Autor: Mirjam Büttner

Vom Spatenstich zum Richtfest: Bräuche beim Hausbau

Worum geht´s

Beim Hausbau sind viele Gewerke bei der Arbeit. Und ein Hausbau ist auch immer ein sehr wichtiges Ereignis für den Bauherrn, weshalb es viele Bräuche gibt.

Topstory: Grundsteinlegung, Spatenstich, Richtfest und Hauseinweihung - das alles sind Gelegenheiten, um beim Hausbau ein bisschen Tradition zu feiern. Bauherren sollten sich vor den Festen informieren, wie diese Bräuche am Bau ablaufen, denn teilweise ist auch ein wenig Vorbereitung nötig.

Das Grundstück ist gekauft, die Pläne des Architekten wurden abgesegnet. Als Nächstes rollen die Baufahrzeuge an - höchste Zeit, das erste Fest vorzubereiten. Beim Hausbau ergeben sich eine Reihe von Gelegenheiten, bei denen nach alten Traditionen gefeiert wird. Dabei wird meistens eine symbolische Geste vollzogen und eine Rede gehalten. Keines dieser Feste ist heute mehr ein Muss. Doch viele Bauherren knüpfen gerne an alte Traditionen an.

Die Grundsteinlegung

Die Grundsteinlegung steht symbolisch für den Baubeginn. Sie wird häufig ganz offiziell bei öffentlichen Gebäuden gefeiert, kann aber auch für die private Baustelle organisiert werden.

Der Grundstein soll später an das Baujahr des Hauses erinnern und trägt deshalb auch häufig eine Inschrift mit Datum. Oft wird der Grundstein an eine Stelle im Mauerwerk gesetzt, die nach Fertigstellung des Gebäudes sichtbar bleibt.

Neben der Inschrift gibt es außerdem den Brauch, in den hohlen Grundstein Gegenstände hineinzulegen. Das kann zum Beispiel eine Zeitung vom Tag der Grundsteinlegung sein oder ein paar Münzen. Oder die künftigen Bewohner wählen persönliche Gegenstände aus, die mit dem Grundstein eingemauert werden und ihnen Glück bringen sollen.

Traditionell wird bei der Zeremonie symbolisch mit einem Hammer auf den Grundstein geschlagen. Zur Grundsteinlegung gibt es bei offiziellen Feiern oft eine Urkunde. Sie wird entweder in den Grundstein hineingelegt oder eingerahmt und später im Gebäude aufgehängt.

Der erste Spatenstich

Alternativ zur Grundsteinlegung wird der Baubeginn auch mit dem ersten Spatenstich gefeiert. Dieser ist natürlich nur symbolisch gemeint, den Rest der Baugrube heben heute Bagger aus. Früher mussten die Bauarbeiter jedoch noch mit Spaten und Schaufel ran. Daher stammt auch die Tradition des ersten Spatenstichs, die heutzutage hauptsächlich bei öffentlichen Bauvorhaben gepflegt wird.

Wer diese Tradition auf seiner eigenen Baustelle feiern möchte, sollte natürlich nicht vergessen, vorab einen passenden Spaten zu besorgen.

Das Richtfest

Für private Bauherren hat das Richtfest wohl die größte Bedeutung unter den Bräuchen rund ums Haus. Mit diesem Fest bedanken sich die Hauseigentümer für die Leistung der Handwerker und Helfer am Bau. Es wird gefeiert, sobald der Dachstuhl auf dem Haus befestigt worden ist. Den letzten Nagel schlägt traditionell der Bauherr in den Dachstuhl. Angeblich bringt es Unglück, wenn der Nagel dabei krumm wird.

Der Bauherr, der das Richtfest organisiert, sollte bei seiner Planung all diejenigen berücksichtigen, die beim Bau des Hauses mitgeholfen haben. Als Gäste werden oft Nachbarn, Freunde und Verwandte eingeladen.

Da auch das Richtfest mit viel Symbolkraft belegt ist, darf ein Richtkranz oder -baum nicht fehlen. Er wird während der Feier auf dem Dachstuhl montiert. Dabei hält der Zimmerer oder der Polier eine kleine Rede, auch Richtspruch genannt. Darin kommen nochmal die Mühen der Bauarbeiten zur Sprache. Außerdem wünscht der Redner dem Bauherren und seiner Familie viel Glück und Gottes Segen im neuen Haus. Anschließend trinkt er ein Glas Wein, Sekt oder Schnaps auf das gelungene Werk und wirft dann das Glas weg. Die Scherben sollen dem Bauherrn und seiner Familie Glück bringen.

Nach der Zeremonie lädt der Hausherr die Bauarbeiter und alle Gäste zu einer Brotzeit ein. Manche Zimmerer schenken dem Bauherrn ihren eingerahmten Richtspruch, andere Gäste bringen zum Beispiel nützliches Werkzeug wie Hammer und Säge, eine Schubkarre oder eine Heckenschere als Richtfest-Geschenk mit.

Die Hauseinweihung

Hauseinweihung wird gefeiert, wenn der Bau abgeschlossen ist. Früher wurde das Haus geweiht und beräuchert, um böse Geister fernzuhalten. Die Gäste brachten dem Bauherrn traditionell Brot und Salz ins neue Haus. An diesen Brauch erinnern noch einige Sprüche, die zu Richtfesten geschrieben wurden.

Hausinschriften

Ein Brauch, der heute nicht mehr häufig begangen wird, ist oft noch an alten Bauernhäusern sichtbar. An ihrer Hausfront haben Bauherren früher mit kunstvollen Inschriften darum gebeten, dass Gott ihr Haus schützen möge. In einigen ländlichen Gegenden werden solche Haussprüche auch noch auf neuen Gebäuden angebracht.

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Wenn Sie sich bei der Vorbereitung für Ihr Richtfest nicht ganz sicher sind, ob Sie alles richtig geplant haben, dann fragen Sie einfach bei den Handwerkern nach.