Freitag, 26.03.2010 | Autor: mb, Foto: © Jürgen Fälchle - Fotolia.com

Instandsetzung oder Modernisierung: Wie abgestimmt werden muss

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Worum geht´s

WEG-Recht: Der kleine Unterschied zwischen einer Instandsetzung und einer Modernisierung.

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Instandsetzen oder doch lieber modernisieren? Was im normalen Sprachgebrauch zwei beinahe gleichwertige Begriffe sind, hat in Eigentümergemeinschaften durchaus verschiedene Bedeutungen - und finanzielle Folgen! Denn je nach Maßnahme bedarf es für einen Beschluss unterschiedliche Mehrheiten.

Hier dämmen und dort das Treppenhaus streichen: Modernisierungsmaßnahmen innerhalb einer Wohnungseigentümergemeinschaft sollten sorgfältig geplant werden, rät der Verband "Wohnen im Eigentum", denn nur so könnten gerichtliche Auseinandersetzungen vermieden werden.

Modernisierung oder Instandhaltung: Wann die einfache Mehrheit reicht

Zunächst muss erst mal die Frage geklärt werden, ob es sich beispielsweise beim Erneuern der Fenstern nur um eine modernisierende Instandsetzung oder um eine Modernisierung handelt.

Denn von der Einstufung hängt es ab,

- wie viele Eigentümer zustimmen müssen,

- wie die Maßnahme finanziert wird und

- wie am Ende die Kosten verteilt werden, so der Verband.

Für Instandsetzungen reicht schon die einfache Mehrheit. Dagegen ist bei baulichen Veränderungen ist die Zustimmung aller betroffenen Eigentümer erforderlich. So kann der Einbau neuer Fenster, abhängig von den Umständen, eine Instandsetzung, aber auch eine Modernisierung sein.

Falsche Mehrheiten machen den Beschluss zumindest anfechtbar

Kompliziert wird es, wenn eine Erneuerung mit einer "falschen" Mehrheiten beschlossen wird. Dann könnte der Beschluss nichtig sein oder nach einer Anfechtung vom Gericht aufgehoben werden.

Gleiches gilt laut dem Verband "Wohnen im Eigentum", wenn die Eigentümer beispielsweise unzureichend informiert wurden, wenn der Antrag unzureichend oder die Einladungsfrist zur Eigentümerversammlung zu kurz war.

Wichtig ist richtiges Planen und Abstimmen

"Die Zahl der Prozesse nimmt zu", sagt Fachanwalt Thomas Brandt. Die Kosten dafür bleiben oft bei der Eigentümergemeinschaft hängen.

Hinzu kommt, dass die geplanten Erneuerungen oft nicht wie eigentlich geplant durchgezogen werden können. Eigentümergemeinschaften sollten sich deshalb bereits vor der Beschlussfassung über rechtliche Vorgaben informieren.

"In großen Eigentümergemeinschaften und bei umfangreichen Maßnahmen sind oft 2 oder 3  Eigentümerversammlungen nötig, ehe die Aufträge vergeben werden können", sagt Thomas Brandt.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Bei Ihrem Sondereigentum gelten übrigens andere Regeln: Da können Sie ganz allein bestimmten, ob und wie Sie die Wände Ihrer Wohnung streichen oder nicht. 

 

Allerdings haben Sie gegenüber der Eigentümergemeinschaft und einem anderen Sondereigentümer eine Instandsetzungspflicht, wenn sonst zu Folgeschäden im Bereich des Sondereigentums anderer Eigentümer oder des Gemeinschaftseigentums kommen kann.

 

Und klar: Die Kosten für Instandsetzungen innerhalb des Sondereigentums müssen natürlich Sie zahlen!