Montag, 13.05.2013 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Piotr Marcinski - Fotolia.com

Eigentümerversammlung: Warum 'schwänzen' für Sie teuer enden kann

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Worum geht´s
  • Warum Sie unbedingt zur Eigentümerversammlung gehen sollten 
  • Weshalb ein Stimmverzicht teuer werden kann

Die Saison für die Eigentümerversammlungen ist eröffnet. Doch obwohl es dort um ihr Geld als Eigentümer geht, bleiben dennoch viele der Versammlung fern oder stellen dem Verwalter eine Blankovollmacht aus.

Allerdings: Obwohl der Eigentümer mit Abwesenheit glänzt, kann er dennoch auf den Kosten für beschlossene Sanierungen oder Modernisierungen sitzen bleiben. Sogar dann, wenn er gar nicht mitgestimmt hat.

Auf einer Eigentümerversammlung wird besprochen, welche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen am Gemeinschaftseigentum vorgenommen werden.

Bleibt der Eigentümer dieser Veranstaltung fern, kann das buchstäblich teuer für ihn werden. So heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung von wohnen im eigentum e.V.  Denn ob einem Eigentümer das Timing der Maßnahme Probleme macht, weil er gerade knapp bei Kasse ist, interessiert nicht: Beschlossen ist beschlossen!

Mehrheit entscheidet über kostspielige Instandhaltungen

Über eine Instandhaltung oder Instandsetzung kann die Versammlung mit einfacher Mehrheit entscheiden. Sie ist beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte der Eigentumsanteile anwesend sind. Das heißt: Etwas mehr als ein Viertel der Stimmen kann den Ausschlag geben.

Noch weniger genügen unter Umständen, falls die Versammlung wegen zu geringer Anwesenheit nicht beschlussfähig ist, bei der noch einzuberufenen Zweitversammlung. Wird noch im selben Termin gleich die Zweitversammlung einberufen, sind die dort gefassten Beschlüsse nicht automatisch nichtig, aber anfechtbar!

Hat der Verwalter dann noch ein Bündel von Blanko-Abstimmungsvollmachten vor allem von Eigentümern, die nicht am Ort wohnen, kann er die Versammlung oft überstimmen.

Eigentümerversammlung: Wann Sie die Beschlüsse anfechten können

Werden auf der Eigentümerversammlung kostenträchtige Entscheidungen getroffen, die nicht auf der Tagesordnung aufgelistet waren, kann der Eigentümer diese gerichtlich anfechten. Denn die Versammlung darf nur über die Punkte abstimmen, die in der Einladung genannt wurden. 

Für die Anfechtung der Beschlüsse bleibt dem Eigentümer nur ein Monat Zeit. Diese Frist läuft bereits ab der Beschlussfassung, auch wenn dem Eigentümer noch kein Protokoll oder andere Informationen über den Ablauf der Versammlung vorliegen.

Sandra Weeger-Elsner, Rechtsberaterin bei wohnen im eigentum e.V.: „Es ist also wichtig, sich nach der Versammlung zeitnah aktiv über deren Verlauf und die gefassten Beschlüsse zu informieren, im Zweifel durch Einsichtnahme in die Beschlusssammlung. Diese muss der Verwalter unverzüglich nach der Versammlung aktualisieren.“

Warum Sie unbedingt bei der Versammlung dabei sein sollten

Besser ist allemal die eigene Anwesenheit. So kann der Eigentümer bei den kostenträchtigen Beschlüssen am wirkungsvollsten seinen Einfluss geltend machen. Außerdem geht es auch um die Kontrolle der Jahresabrechnung und der alltäglichen Arbeit des Verwalters und der Beiräte, welches entscheidende Punkte für die laufenden Kosten und den Werterhalt des Eigentums sind.

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Packen Sie auf dem Weg zur Eigentümerversammlung nicht nur die Tagesordnung, einen Stift und den Taschenrechner ein, sondern am besten auch eine Kopie der Teilungserklärung und der Gemeinschaftsordnung. Damit sind Sie bestens gewappnet, wenn es Streit um die Beschlussfähigkeit, Ihr Stimmrecht oder Vertretungsregelungen gibt.