Freitag, 20.06.2008 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007

Wasserzähler im Haus: So rechnen Sie korrekt ab

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007
Nach und nach statten Sie Ihr Haus mit Wasserzählern aus. Jetzt hofft jeder Mieter auf eine verbrauchsabhängige Wasserabrechnung.

Allerdings hat die Sache einen Haken: Eine Wohnung im Haus hat noch keinen Zähler. Deswegen rechnen Sie nochmals so ab wie immer: Sie legen die Wasserkosten nach m² um.

Aufgepasst, wenn Ihr Mieter die Wasserkosten nachrechnet

Allerdings haben Sie diese Rechnung ohne Ihren Mieter gemacht: Der Mieter mit Wasserzähler pocht auf eine verbrauchsabhängige Abrechnung.

Er sollte 557,60 Euro an Wasserkosten zahlen, nachdem sein Vermieter ihm die Abrechnung nach m² präsentiert hatte.

Er hatte sich ausgerechnet, dass er nur 227,47 Euro hätte zahlen müssen, wenn er verbrauchsabhängig entsprechend dem Stand des Wasserzählers abgerechnet hätte. Und nur diesen Betrag wollte der Mieter auch nachzahlen.

Nur wenn alle Wohnungen Zähler haben, müssen Sie nach Verbrauch abrechnen

Der Fall wanderte bis zum Bundesgerichtshof hoch. Der entschied, dass die Wasserabrechnung des Vermieters korrekt war: Der Vermieter hätte nur nach dem erfassten Verbrauch abrechnen müssen, wenn alle Wohnungen mit Wasserzählern ausgestattet gewesen wären (BGH, Urteil v. 12.03.2008, VIII ZR 188/07).

Ansonsten muss der Vermieter die Betriebskosten so umlegen, wie es vereinbart ist bzw. - sofern darüber keine ausdrückliche Vereinbarung besteht - nach dem Anteil der Wohnfläche.

Klar zweifelte der Mieter daran, ob der Umlageschlüssel nach der Wohnfläche tatsächlich der Billigkeit entsprach. Schließlich hätte der Mieter 330,13 Euro weniger zahlen müssen, sofern der Vermieter nach Verbrauch abgerechnet hätte.

Nur ausnahmsweise müssen Sie eine Ausnahme vom Umlageschlüssel machen

Das reichte dem Bundesgerichtshof jedoch nicht, um eine Ausnahme vom gesetzlichen Umlageschlüssel nach m² zu rechtfertigen. Dafür müsste es schon zu einer krassen Unbilligkeit zulasten des Mieters gekommen sein.

Das sah das Gericht hier nicht, weswegen der Vermieter auf seine Nachzahlung pochen konnte.

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Können Sie nach Verbrauch abrechnen, müssen Sie das auch - vorausgesetzt Sie können im ganzen Haus vom gesetzlichen Umlageschlüssel auf einen verbrauchsabhängigen umsteigen.