Mittwoch, 24.04.2013 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006

Hohe Zahl ungeprüfter Aufzüge

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006
Worum geht´s
  • Viele Aufzüge werden nicht überprüft
  • Der Sicherheitszustand vieler Aufzüge bleibt unbekannt

In Deutschland besteht ein hohes Sicherheitsniveau bei technischen Anlagen, sofern sie regelmäßig durch eine zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS) geprüft werden. Doch für rund ein Drittel aller Aufzüge in Deutschland liegen trotz gesetzlicher Verpflichtung keine Informationen über den technischen Zustand vor.

Trotz Wartungen treten bei Aufzügen immer wieder Sicherheitsmängel auf, die bei einer Prüfung erkannt und danach beseitigt werden. Doch bei einem Drittel aller Aufzüge in Deutschland findet gar keine Prüfung statt - ein hohes Sicherheitsrisiko. Dies ist das Ergebnis des Anlagensicherheits-Reports 2013 vom Verband der TÜV (VdTÜV).

Sicherheitszustand vieler Aufzüge unbekannt

Nur bei einem Drittel der Aufzugsanlagen war im Jahr 2012 im Rahmen der technischen Prüfung nichts zu beanstanden. Rund 9,4 Prozent hatten „sicherheitserhebliche Mängel“, 58,52 Prozent wiesen geringfügige Mängel auf und rund 31,35 Prozent waren mängelfrei. Diese Mängel wurden entweder bereits während der Prüfung oder unmittelbar danach behoben. Die Experten der zugelassenen Überwachungsstellen gehen aber davon aus, dass der technische Zustand von rund 250.000 Aufzügen nicht bekannt ist, da sie nicht geprüft werden.

Wie es um die Sicherheit dieser Anlagen bestellt ist, ist unklar. „Vielen Betreibern ist unbekannt, dass sie sich in diesem Fall einem nicht zu unterschätzenden Haftungsrisiko aussetzen, wenn es zu Unfällen oder Schäden kommen sollte“, erläutert Dr. Klaus Brüggemann, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VdTÜV, „Wir empfehlen daher dringend eine bundesweit einheitliche Regelung für ein Anlagenkataster, in dem alle überwachungsbedürftigen Anlagen eingetragen werden.“

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