Donnerstag, 04.11.2010 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: Sebastian Fery / Haufe

Gutschriften-Desaster beim RWE

Foto: Sebastian Fery / Haufe

Es ist schon krass: Erst bekommt es der Stromversorger RWE nicht hin, korrekte Rechnungen auszustellen. Jetzt unterläuft ihm auch noch ein peinlicher Gutschriften-Fehler. Ein Kommentar von Jörg Stroisch.

Vor ein paar Wochen haben wir darüber berichtet, dass das RWE Fehler bei einigen Stromrechnungen gemacht hat. Aber auch so scheint dort niemand so recht Überblick über die eigenen Finanzverpflichtungen zu haben. Denn: Kunden vom RWE erhielten im Oktober zunächst die freudige Nachricht, dass das Unternehmen freiwillig 80 Euro an viele Kunden auszahlt.

Die Begründung: "Das Bundeskartellamt hat bundesweit die Heizstrom-Preise für die Jahre 2007 bis 2009 untersucht. Um ggf. langjährige Verfahren zu vermeiden, haben wir uns mit dem Bundeskartellamt auf die pragmatische Vorgehensweise verständigt, Ihnen diese einmalige Gutschrift schon im nächsten Jahr zukommen zu lassen." Zu deutsch: Es hätte kräftig kartellrechtlicher Ärger gedroht, weil das RWE womöglich ein wenig zu kräftig bei seinen Kunden zugelangt hatte.
 

Korrektur: nun doch nur 39 Euro

Soweit so gut. Aber: Vor ein paar Tagen erhielten die angeschriebenen Kunden wieder Post vom RWE. Dort wurde nun mitgeteilt - "wir bedauern diesen Fehler sehr und entschuldigen uns dafür" - dass es nun doch nur 39 Euro gibt.

Wie überhaupt der Betrag entstanden ist - vielleicht wurde hier ja mal in die Glaskugel geschaut und dann per Zufall ein Betrag zwischen 1 Euro und 5.000 Euro ausgewählt - bleibt offen, ebenso, wieso die "freudige" Nachricht nun betragsmäßig nur noch halb so erfreulich ist.

Ich stelle hier mal offensiv die Frage an alle Stromkunden: Das Unternehmen RWE nutzt womöglich seine Marktmacht so aus, dass es kartellrechtliche Probleme bekommt. Es fördert Atomstrom massiv  - und betreibt auf der anderen Seite PR-mäßig "Greenwashing" mit ein paar Elektroauto-Tankstellen. Und es ist mehrfach nicht in der Lage, Rechnungen vernünftig auszustellen oder Gutschriften korrekt zu berechnen. Da stellt sich doch schon die Frage, ob man bei einem solchen Unternehmen Kunde bleiben will. Alternativen gibt es reichlich.

Wer mir eigene Abrechnungsfälle auch von anderen Stromanbietern schildern will: Immer her damit ;-)

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