Montag, 22.12.2008 | Autor: heihec, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008

Drohungen der Gasversorger

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008
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News: Kurz vor Weihnachten verschicken Gasversorger noch an ihre Protestkunden gerichtliche Mahnbescheide. Die Verbraucherzentrale rät Betroffenen, mit einem Widerspruch am Protest festzuhalten. Dazu sollte sachlich und knapp auf die Zahlungsbereitschaft beim unabhängigen Nachweis angemessener, transparenter Preise hingewiesen werden.

Nach zahlreichen Einschüchterungsbriefen bekommen einige Gaspreisprotestler nun auch gerichtliche Mahnbescheide von Versorgern, die sie zum Verzicht auf ihre Rechte auffordern. Durch sofortige Zahlung könnten die Verbraucher eine Klage umgehen, heißt es in dem Schreiben. Die Verbraucherzentrale Brandenburg rät trotzdem zu gelassenem Widerstand.

"Tatsächlich ist die Rechtslage für Verbraucher weiterhin günstig", schätzt Hartmut G. Müller, Fachreferatsleiter der Verbraucherzentrale Brandenburg, ein und unterstreicht: "Die aktuelle Rückzahlungswelle aufgrund kartellrechtlicher Missbrauchsverfahren zeigt, dass die Gaspreise vieler Versorger unrechtmäßig überhöht sind." Wer seit vielen Monaten gegen nicht nachvollziehbare Preiserhöhungen protestiert, ist bereits an Drohungen gewöhnt.

"Die Versorger sind am Zug und müssen nachweisen, dass sie ihre Preise erhöhen durften und dass diese angemessen sind", erläutert Müller. Solange dies nicht erfolgt, rät er zumindest den Verbrauchern, die eine Rechtsschutzversicherung haben und auch weiterhin durchhalten wollen, an der Kürzung der Gas- und Strompreise festzuhalten und den Versorger davon in Kenntnis zu setzen.

Widerspruch einlegen und auf Zahlungsbereitschaft hinweisen

Betroffene sollten unbedingt innerhalb von 14 Tagen Widerspruch einlegen, denn reagiert der Adressat nicht, folgen rechtliche Schritte vom Amtsgericht. Dabei sollte der Verbraucher auf die grundsätzliche Zahlungsbereitschaft hinweisen. Beispielsweise, dass er gegen die Preiserhöhungen Widerspruch eingelegt, aber einen geminderten Abschlagsbetrag weitergezahlt hat und die Restsumme nach dem glaubhaften, unparteiischen Nachweis angemessener Preise zahlen wolle. Wagt der Gasversorger dann tatsächlich eine Klage, empfiehlt die Verbraucherzentrale die Unterstützung durch einen im Energierecht erfahrenen Anwalt.

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