Dienstag, 16.12.2008 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006

Die neue Heizkostenverordnung: Ab 01.01.2009 wird es ernst!

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006

Am 05.11.2008 hat der Bundesrat der neuen Heizkostenverordnung (HKVO) zugestimmt. Damit trat sie schon zum 01.01.2009 in Kraft. Doch nicht jeden treffen die Änderungen der neuen Heizkostenverordnung mit dem neuen 70-zu-30-Umlageschlüssel. Was sich für Sie ändert und ob Sie ab dem nächsten Abrechnungszeitraum auf den neuen Verteilungsschlüssel umstellen müssen, lesen Sie hier.

Die neue Heizkostenverordnung gilt für alle Abrechnungszeiträume, die ab dem 01.01.2009 beginnen.

Beispiel:

Sie rechnen über die Heizkosten von Oktober 2008 bis September 2009 ab. Diesen Abrechnungszeitraum dürfen bzw. müssen Sie noch nach der alten Heizkostenverordnung abrechnen.

Für die nächste Abrechnung - also die von Oktober 2009 bis September 2010 - müssen Sie sich jedoch schon an die neuen Regelungen halten. Ebenso, wenn Sie beispielsweise über die Heizkosten von Januar 2009 bis Dezember 2009 abrechnen.

Wie Sie ab dem 01.01.2009 die Heizkosten verteilen müssen

Für neuere Gebäude bleibt alles wie es ist: Mindestens 50 %, höchstens 70 % der Heizkosten dürfen Sie nach dem tatsächlichen Verbrauch des Mieters abrechnen.

Bei älteren Gebäuden müssen Sie neuerdings die Heizkosten

- zu 30 % nach den Grundkosten und

- zu 70 % nach den Verbrauchskosten verteilen,

vorausgesetzt, auf Ihr Haus treffen diese 3 Kriterien zu:

1. Ihr Gebäude erfüllt nicht die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung von 1994.

2. Ihr Gebäude wird mit einer Öl- oder Gasheizung versorgt (gilt nicht für Fernheizungen, weil dort die Leitungsverluste deutlich höher als bei gebäudeinternen Heizungen sind).

3. Die freiliegenden Leitungen der Wärmeverteilung sind überwiegend gedämmt (unter Putz liegende Leitungen gelten als gedämmt!).

Die Grundkosten dürfen Sie nach wie vor nach der Wohn- oder Nutzfläche oder nach dem umbauten Raum auf die Mieter verteilen.

Vorsicht: Rechnen Sie trotz der Gesetzesänderung nach einem anderen als dem vorgegebenen 70-zu-30-Maßstab ab, riskieren Sie Ihre Nachforderung!

Tipp:

Sind Sie nicht sicher, ob diese 3 Kriterien auf Ihr Gebäude zutreffen, sollten Sie einen Fachmann zu Rate ziehen, bevor Sie leichtfertig Ihre Nachzahlung aufs Spiel setzen.

Ersparen Sie Ihren Mietern unliebsame Überraschungen und informieren Sie diese bitte so früh wie möglich darüber, dass Sie künftig nach dem 30-zu-70-Prinzip abrechnen.

Selbst wenn im Mietvertrag ein anderer Verteilungsschlüssel steht, kann es Sie treffen

Nach dem unveränderten § 2 Heizkostenverordnung gehen die Vorschriften der Heizkostenverordnung rechtsgeschäftlichen Bestimmungen vor.

Folglich müssen Sie selbst dann nach dem 30-zu-70-Prinzip abrechnen, wenn Sie einen anderen Verteilungsschlüssel in Ihrem Mietvertrag stehen haben.

Eine Ausnahme gilt nur für Gebäude mit maximal 2 Wohnungen, von denen Sie eine selbst bewohnen und die andere vermietet haben: Hier bleibt es bei dem Umlageschlüssel, den Sie mit Ihrem Mieter vereinbart haben.

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