Donnerstag, 20.08.2015 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © thomasklee - Fotolia.com

Blumen gießen auf Kosten aller? Das geht nur mit Zwischenzähler

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Worum geht´s

Garten gießen: Wer die Kosten für´s satte Grün zahlen muss.

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Jetzt drehen sie allabendlich oder frühmorgens wieder ihre Runden: Die Gartenfreunde mit dem Schlauch in der Hand. Doch wer zahlt das teure Nass, wenn der Erdgeschossmieter großzügig seinen Garten wässert?

Ist ein Zwischenzähler Pflicht und was ist mit den Kosten, wenn es gar keinen Zwischenzähler gibt?

Wer die Blumen in seinem Garten gießt oder den Rasen sprengt, muss nicht nur das Wasser, sondern auch das Abwasser dafür zahlen.

Rasengießkosten: Alleinnutzer müssen allein zahlen

Das gilt auch für den Erdgeschossmieter eines Mehrfamilienhauses, der den Garten allein nutzt. Bei diesem Mieter müssen Sie als Vermieter das Gießwasser vorweg erfassen.

Legen Sie stattdessen die Wasserkosten für den Garten einfach auf alle Mieter im Haus um, ist das ein Abrechnungsfehler!

Fürs Gießwasser brauchen Sie einen Zwischenzähler

Ein fehlender Vorwegabzug kann schlimmstenfalls dazu führen, dass Ihr Mieter gar keine Wasserkosten zahlen muss! Mehr Glück hatte da ein Vermieter aus Berlin-Schöneberg.

Weil sich die tatsächlich entstandenen Gießkosten nicht ermitteln ließen, schätzte das Gericht einfach die „normalen“ durchschnittlichen Wasser- und Abwasserkosten.

Dazu orientierte es sich an den Mittelwerten für das Wasser und die Entwässerung anhand des Berliner Betriebskostenspiegels – und auch nur die mussten die Mieter ohne Garten zahlen!

Machen Sie einen Vorwegabzug bei den Gartenfreunden

Um künftig einem solchen Streit ums Wasser aus dem Weg zu gehen, bleibt Ihnen als Vermieter nur eins übrig: Sie sollten bei den Gartennutzern einen Zwischenzähler einbauen lassen, der das Sprengwasser misst (AG Schöneberg, Urteil v. 2.8.2011, 15 C 186/11, GE 2011, S. 1622).

So können Sie beim Berechnen der Gesamtwasser- und Abwasserkosten einen Vorwegabzug für die Bewässerungskosten vornehmen!

Dürfen alle den Garten nutzen, müssen auch alle mitzahlen

Steht die Gartenfläche dagegen allen Mietern zur Verfügung, müssen sich auch alle Mieter an den dafür entstehenden Gartenpflegekosten beteiligen! Das gilt natürlich auch für´s Gießwasser.

Der typische Fall: Der Vorgarten oder die Rasenfläche hinterm Haus. Nach einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs dürfen Sie die Kosten für diese Gartenpflege auf die Mieter umlegen, selbst wenn Ihre Mieter die Rasenfläche oder das Beet nicht betreten dürfen (BGH, Urteil v. 26.5.2004, VIII ZR 135/03, WM 2004, S. 399).

Allein der „Blick ins Grüne“ rechtfertigt es, dass Sie dem Mieter die Gartenpflegekosten auf die Betriebskostenabrechnung setzen dürfen.

Das gilt allerdings nicht, wenn der Garten nur Ihnen als Vermieter oder einem einzelnen Mieter zur Nutzung zur Verfügung steht.

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Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
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Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr
Mussten Sie die letzten Tage auch zweimal am Tag Ihren Garten wässern? Das geht ganz schön ins Geld, falls Sie nicht gleich kannenweise das gesammelte Gießwasser zu ihren Tomaten, den Hortensien und den Himbeeren schleppen wollen. Da ist es schon wesentlich bequemer, getreu dem Motto "Wasser marsch!" einfach den Gartenschlauch aufzudrehen und über den sattgrünen Rasen zu spritzen. Wer es gern etwas günstiger haben will, beantragt bei seiner Gemeinde einen "Sprengwasserabzug". Damit zahlen Sie zwar das entnommene Wasser, aber nicht das Abwasser!
Die einfachste Möglichkeit, wie Sie Wasser sparen können, ist diese: Fangen Sie Regenwasser zum Blumengießen auf Ihrem Grundstück auf. Dafür ...
Im Garten lässt sich buchstäblich viel Geld vergraben - da kommt jeder Geldspar-Tipp gerade recht. Beispielsweise der mit dem Sprengwasserabzug: Wer seinen Garten mit Frischwasser aus der Wasserleitung bewässert, zahlt nicht nur für das Wasser, sondern auch für das Abwasser. Mit welchem einfachen Trick sich diese Kosten verringern lassen, verraten wir Ihnen hier.

 meineimmobilie.de-Tipp

Ein Zwischenzähler für den Außenwasserhahn bewahrt Sie vor der leidigen Diskussion mit dem Mieter z. B. darüber, ob der Erdgeschossmieter seinen Rasen auf Allgemeinkosten bewässert.

 

Allerdings darf die Zapfstelle dann auch nur für diesen speziellen Mieter zugänglich sein. Zapfen hier auch andere Mieter ihr Wasser fürs Autowaschen ab, steht Ihnen nämlich Ärger mit dem Erdgeschossmieter ins Haus, der die Wasserkosten der Außenzapfstelle allein tragen soll.