Mittwoch, 01.01.2014 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © SG- design - Fotolia.com

Kündigungsfrist: Wie Sie Sams-, Sonn- und Feiertage mitrechnen müssen

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Worum geht´s

Samstag, Feiertag, Sonntag: Wie Sie die Kündigungsfrist korrekt berechnen.

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Der Mieter kündigt - aber wirklich pünktlich? Schließlich zeigt der Kalender schon den 5. an! Aber: Dazwischen liegt ein Wochenende. Vielleicht hat der Mieter ja doch pünktlich gekündigt, denn schließlich hat er bis zum 3. Werktag Zeit.

 

Wie der Samstag da mitgerechnet wird, bereitet vielen Vermietern Kopfzerbrechen. Ein Mausklick hier verrät Ihnen, wie Sie rechnen müssen.

Den 3. Werktag im Monat müssen Sie berechnen können, wenn Sie eine Kündigungsfrist im Mietrecht berechnen wollen.

Laut Gesetz können Sie noch bis zum 3. Werktag im Monat für das Ende des übernächsten Monats kündigen, sofern Ihr Mieter nicht länger als 5 Jahre bei Ihnen wohnt.

Umstritten war bisher, ob Sie bei der sogenannten Karenzzeit von 3 Werktagen den Samstag als Werktag mitzählen müssen oder nicht.

Der Samstag zählt beim Kündigen als Werktag

Geht es nach dem Bundesgerichtshof, zählt der Samstag wie ein ganz normaler Werktag (BGH, Urteil v. 27.04.2005, VIII ZR 206/04).

Auch dann, wenn der 3. Werktag im Monat auf einen Samstag fällt (BGH, Urteil v. 17.02.2005, III ZR 172/04). Die Frist endet dann an diesem Samstag und nicht etwa erst am folgenden Montag.

Beispiel:

Am Montag, den 06.10.2014 finden Sie die Kündigung Ihres Mieters im Briefkasten. Ihr Mieter kündigt Ihnen zum 31.12.2014.

Doch leider hat er sich zu Ihren Ungunsten verrechnet: Da der 3. Werktag im Monat Oktober ein Samstag ist, hätte seine Kündigung auch an diesem Samstag, dem 04.10.2014, beim Vermieter im Briefkasten liegen müssen.

Sie rechnen so:

1.10.2014 = Mittwoch = 1. Werktag im Oktober

2.10.2014 = Donnerstag = 2. Werktag im Oktober

3.10.2014 =  Freitag und Feiertag (Tag der Deutschen Einheit)  und zählt nicht mit

4.10.2014 = Samstag = 3. Werktag im Oktober und letzter Tag der Kündigungsfrist

Da die Kündigung des Mieters jedoch erst am 4. Werktag im Briefkasten des Vermieters lag, wird die Mieterkündigung erst zum 31.01.2015 wirksam.

Beide Seiten müssen sich an die Kündigungsfristen halten

Gerade beim Kündigen müssen Sie und Ihr Mieter sich an die gesetzlichen Fristen halten. Dabei haben Sie als Vermieter die schlechteren Karten, denn: Je länger Ihr Mietverhältnis gedauert hat, umso länger ist auch Ihre Kündigungsfrist.

Und als wäre das nicht schon genug, brauchen Sie als Vermieter zusätzlich noch einen Kündigungsgrund.

Dagegen kommt Ihr Mieter schneller aus dem Vertrag raus: Seine Kündigungsfrist beträgt seit dem 1.9.2001 nur 3 Monate - ganz gleich, wie lange sein Mietvertrag schon besteht.

Je älter Ihr Mietvertrag, umso länger ist Ihre Kündigungsfrist

Bei Neumietverträgen und den meisten Altmietverträgen ist es so: Für den Mieter gilt immer die kürzere 3-Monats-Frist. Für Sie als Vermieter gilt die 3-Monats-Frist nur, wenn Ihr Mietvertrag nicht länger als 5 Jahre besteht.

6 Monate beträgt Ihre Kündigungsfrist als Vermieter, wenn Ihr Mietvertrag bereits über 5 Jahre besteht. Ab 8 Jahren müssen Sie sogar eine Kündigungsfrist von 9 Monaten einhalten (§ 573 c Abs. 1 Satz 2 BGB).

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Tschüss Mieter: Wer eine Wohnung vermietet, muss früher oder später damit rechnen, dass sein lieb gewonnener Mieter irgendwann wieder auszieht - ob freiwillig oder unfreiwillig.  Allerdings müssen sich sowohl der Mieter als auch sein Vermieter dabei an die gesetzlichen Kündigungsfristen halten. Es sei denn, beide Seiten einigen sich auf einen anderen - früheren - Kündigungstermin.
Am liebsten sind auch Ihnen sicherlich die Mieter, die pünktlich ihre Miete zahlen und von denen Sie sonst das ganze Jahr über nichts hören. So lange die Miete pünktlich bis zum 3. Werktag im Monat auf Ihr Konto fließt, ist die Welt noch in Ordnung. Beim Berechnen des 3. Werktags jedoch haben viele Vermieter und Mieter so ihre liebe Mühe.   Rechnen? Müssen Sie nicht mehr: Diese praktische Fristen-Tabelle zeigt Ihnen taggenau bis wann die Miete auf Ihrem Konto sein muss. 

 meineimmobilie.de-Tipp

Samstage zählen nur bei der Kündigungsfrist, nicht aber beim Berechnen der Mietzahlungsfrist als ganz normaler Werktag mit.

 

Geht es dagegen um die Mietzahlung, muss Ihr Mieter laut Gesetz bis zum 3. Werktag seine Miete im Voraus zahlen. Beim Berechnen des 3. Werktags zählen Samstage neuerdings nicht mit. Der Grund: Weil die Banken da nicht arbeiten, reicht es auch noch, wenn die Miete am Montag auf Ihrem Konto ist.