Donnerstag, 07.02.2008 | Autor: jansch/heihec

Zwei bis drei Millionen Mieterhöhungen im Jahr

News: Nach Schätzungen des Deutschen Mieterbundes (DMB) werden jährlich zwei bis drei Millionen Mieterhöhungen in Deutschland verschickt. Davon sind nach den Erfahrungen der örtlichen Mietervereine mehr als 30 Prozent fehlerhaft.

Natürlich ist der Deutsche Mieterbund (DMB) die Interessenvertretung der Mieter - aber auch für Vermieter ist es wichtig zu wissen, wo die Probleme bei einer Mieterhöhung liegen.

Prüfung der Mieterhöhung:

  • Die Mieterhöhung muss schriftlich erfolgen. Die Vermieter können eigenhändig unterschreiben oder die Mieterhöhung in Textform übersenden, das ist ein Computerausdruck ohne persönliche Unterschrift der z.B. endet mit gez. Meier, Geschäftsführer.
  • Die Jahressperrfrist muss immer eingehalten werden. Frühestens ein Jahr nach dem Einzug oder der letzten Mieterhöhung darf der Vermieter eine neue Vergleichsmietenerhöhung verschicken. Rechnet man die Überlegungsfrist des Mieters noch hinzu, kann die Mieterhöhung frühestens nach 15 Monaten wirksam werden.
  • Die Kappungsgrenze ist zu beachten. Innerhalb von drei Jahren darf die Miete höchstens um 20 Prozent steigen. Sie darf aber nie über die ortsübliche Vergleichsmiete hinausgehen.
  • Vergleichsmietenerhöhungen sind immer ausgeschlossen, wenn ein Staffel- oder Indexmietvertrag oder ein Zeitmietvertrag mit Festmiete abgeschlossen ist.
  • Mieterhöhungen auf die ortsübliche Vergleichsmiete müssen immer begründet werden.
  • Die zulässigen Begründungsmittel sind im Gesetz abschließend aufgeführt: Mietspiegel, Mietdatenbank, Sachverständigengutachten oder mindestens drei Vergleichswohnungen.
  • Existiert vor Ort ein qualifizierter Mietspiegel, muss der Vermieter seine Mieterhöhungserklärung mit diesem Zahlenwerk begründen. Stützt er die Mieterhöhung auf Vergleichswohnungen oder ein Sachverständigengutachten, muss er die Zahlen des qualifizierten Mietspiegels zumindest im Mieterhöhungsschreiben nennen und mitteilen.
  • Beruft sich der Vermieter auf Vergleichswohnungen oder ein Sachverständigengutachten, ist Vorsicht geboten. Grundsätzlich sind Mietspiegel, auch nicht qualifizierte Mietspiegel, das geeignete Begründungsmittel bei Mieterhöhungen.
  • Auf die Wohnfläche kommt es entscheidend an. Nicht nur der Quadratmeterpreis laut Mietspiegel auch die Wohnfläche entscheidet, wie viel Miete letztlich zu zahlen ist.
  • Überlegungsfrist: Der Mieter hat ausreichend Zeit zu prüfen, ob er der Mieterhöhung zustimmen muss oder nicht. Die Überlegungsfrist läuft den Rest des Monats, in dem er das Mieterhöhungsschreiben erhalten hat und zusätzlich noch zwei weitere Monate.
  • Ist die Mieterhöhung in Ordnung, muss der Mieter zustimmen. Ist die Mieterhöhung fehlerhaft, fällt sie zu hoch aus oder sind Formvorschriften nicht eingehalten, muss der Mieter nicht zustimmen, er muss keine höhere Miete zahlen. Der Mieter kann auch teilweise der Erhöhung zustimmen. Ist der Vermieter damit nicht einverstanden, muss er die Mieterhöhung einklagen.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Als Vermieter sollten Sie Mieterhöhungen penibel begründen und nicht zu überziehen: Das ist in Ihrem eigenen Interesse. Sie verhindern so nicht nur Stress mit Ihren Mietern, sondern auch unangenehmen Kontakt mit deren Rechtsvertretung.