Freitag, 09.04.2010 | Autor: mb

Tücken bei der Wohnflächenberechnung

News: Immer wieder gibt es Mieter, die behaupten, dass die Fläche ihrer Wohnung nicht richtig berechnet wurde. Auch Vermieter sind verunsichert, wenn sie die Wohnfläche ihrer Immobilie angeben sollen. Wichtig ist es, die richtige Berechnungsgrundlage zu verwenden, sagt die DEKRA.

Wenn Wohnflächen falsch angegeben werden, liege das häufig daran, dass die falsche Berechnungsgrundlage herangezogen wird, heißt es in einer Pressemitteilung von DEKRA. Grund für die Verwirrung, sowohl bei Mietern als auch Vermietern, sind nach Auffassung des Prüfunternehmens die unterschiedlichen Wohnflächenverordnungen, auf denen die Flächenangaben beruhen.

Zwei verschiedene Wohnflächenverordnungen

Die gültige Fassung der Wohnflächenverordnung stammt vom 1. Januar 2004. Im Gegensatz zur Berechnung nach der alten Grundlage könne sich das Ergebnis deutlich unterscheiden, so DEKRA. "Gerade Mietern ist oft nicht bewusst, dass in Mietverträgen, die vor dem 1. Januar 2004 wirksam wurden, noch die alte Verordnung zugrunde liegt", sagt Ulrich Volk, Experte für Immobilienbewertung bei DEKRA Industrial. "Außerdem sind häufig Irrtümer und Falschinformationen im Umlauf."

So wurden zum Beispiel Balkone, Terrassen und Loggien nach der alten Verordnung zu einem Viertel der Wohnfläche zugerechnet. Seit 2004 können sie laut DEKRA bis zur Hälfte addiert werden, wenn sie eine entsprechende Qualität aufweisen. Das müsse im Einzelfall entschieden werden, was zusätzlichen Konfliktstoff berge. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Eigentümer und Mieter die Quadratmeterzahl der Wohnung durch einen Sachverständigen ermitteln lassen, rät das Prüfunternehmen. Das gelte vor allem, wenn der Verdacht besteht, dass die Wohnfläche wesentlich von den offiziellen Angaben abweicht, also mehr als zehn Prozent.

Wohnfläche selbst berechnen

Wer seine Wohnfläche selbst bestimmen will, muss ein paar Regeln bei der Berechnung beachten: Grundsätzlich zur Wohnfläche gehören die Wohnräume sowie alle Flächen mit über zwei Metern lichte Höhe, außerdem Bad und Küche. Zur Hälfte addiert werden Flächen zwischen einem Meter und zwei Metern lichte Höhe sowie nicht beheizbare Wintergärten. Nicht zur Wohnfläche gehören: Zubehörräume (zum Beispiel Keller, Waschküche und Schuppen), Wirtschaftsräume (zum Beispiel Abstellräume, Vorratsräume) sowie Räume, die dem Bau- und Ordnungsrecht nicht genügen (zum Beispiel unbeheizte Räume).

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 meineimmobilie.de-Tipp


Achten Sie darauf, dass in Ihrem Mietvertrag die korrekte Wohnfläche angegeben ist. Weicht sie um mehr als zehn Prozent von der tatsächlichen Wohnfläche ab, kann Ihr Mieter die Miete prozentual mindern.