Montag, 21.02.2011 | Autor: Heidi Schnurr

Sind Sie ein geldgieriger Blutsauger?

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Der Vermieter ist immer der Böse und noch dazu ein geldgieriger Blutsauger, ein übler Spekulant, der seinen Mieter über den Tisch ziehen will. So zumindest werden wir Vermieter oft in der Presse dargestellt. Dabei fällt die Rendite unterm Strich häufig sehr viel geringer aus als viele Mieter glauben!

Das jedenfalls sagt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Danach fahren 15 % der Vermieter sogar mit ihrer Immobilie Verluste ein - mehr als bei jeder anderen Kapitalanlage!

Nun müssen wir aber auch ein bisschen ehrlich sein: Denn die Verluste sind teilweise gewollt - schließlich bringen uns die manchmal einen Steuervorteil! Sprich: Nicht jede rote Zahl tut weh ...

... manchmal jedoch schon. Beispielsweise wenn Sie sich Ihr Eigenheim mühsam erarbeitet haben und Ihre Finanzierung auch davon abhängt, dass Ihr Mieter pünktlich seine Miete zahlt. Tut er das einige Monate nicht, kann das so manchen Eigenheimbesitzer ganz schön ins Schwitzen bringen - und in Erklärungsnot gegenüber seiner Bank!

Wie erklärte mir neulich ein Vermieter: "Wissen Sie: Ein Mietnomade im Haus kann einen Vermieter mit nur einer Wohnung ruinieren. Jedoch verringert sich das Risiko, je mehr Wohnungen Sie besitzen!" Rechnerisch stimmt das ja, aber das tröstet den Vermieter einer Einliegerwohnung wohl wenig, wenn er monatelang seiner Miete hinterher laufen muss oder nach nur einem Jahr eine völlig heruntergewohnte Wohnung renovieren muss. 

Was denken Sie: Lohnt sich Vermieten heute unterm Strich noch oder wiegt der Ärger und die Mühen die vermeintlich hohe Rendite nicht auf?

Kommentare (6)

2.3.2011, 10:14 Uhr von dhorns Profil ansehen
Durch falschen Mietvertrag eines Maklers stehe ich mit einer Vormieterin seit mehr als 1 Jahr vor Gericht. Die Kosten dafür fressen bald 1 Jahresmiete auf. Wozu noch vermieten?:thumbsdown:
25.2.2011, 13:08 Uhr von Bruchi01 Profil ansehen
Das Thema Mietnomade steht immer als "Damokles Schwert" über einem. Auch, daß man das Pech hat, wenn Mieter einem eine Wohnung hinterlassen, bei der man bei der Abnahme die versteckten Schäden nicht gesehen hat. Dennoch bin ich davon überzeugt, bei richtiger Finanzierung und etwas Glück mit den Mietern sowie den steuerlichen Aspekten Vermieten nach wie vor interessant sein kann. mfg M.Bruchhäuser
24.2.2011, 16:25 Uhr von karl.a.schulze Profil ansehen
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich (Rentner)besitze in Bitterfeld eine Eigentumswohnung die vermietet ist. Zwar zahlt der Mieter pünklich seine Miete, jedoch viel zu wenig und eine Mieterhöung ist nicht möglich. Die Mieteinnahmen decken bei weitem nicht die Unkosten. Weiter muß ich immer viel Aufwand betrieben um die Nachzahlungen der NK einzufordern und lange auf die Begleichung warten. ZZt. wird versucht per Gerichtsbeschluß ein Nachzahlung von etwas 1000,00 € einzufordern. Wenn ich beim Kauf der Immobilie das gewußt hätte was ich heute weiss wär ich keinen Kauf eingegangen. MfG Karl Schulze