Donnerstag, 23.01.2014 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008

SEPA-Umstellung: Zeitaufschub bis 1.8.2014 so gut wie sicher

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008
Worum geht´s

SEPA-Umstellung wird auf den 1.8.2014 verschoben.

Sie haben Stress wegen der SEPA-Umstellung? Dann gibt es jetzt eine gute Nachricht aus Brüssel für Sie: Die Brüsseler Botschafter der 28 EU-Staaten billigten eine entsprechende Vereinbarung mit dem Europaparlament, wonach die Frist für Nicht-SEPA-Zahlungen bis zum 1.8.2014 verlängert wird.

Das Europaparlament und der EU-Ministerrat, in dem die Mitgliedstaaten vertreten sind, müssen die Vereinbarung im Februar noch offiziell billigen. Probleme werden dabei aber nicht erwartet.
 

Damit gilt die Fristverlängerung dann rückwirkend zum 1.2.2014. Offiziell bleibt es zwar bisher noch beim Umstellungstermin 1.2.2014. Dennoch dürfen Sie bis zum 1.8.2014 auf IBAN und BIC verzichten.

Auf die IBAN (= International Bank Account Number) und die BIC anstelle der üblichen Bankleitzahl sind Sie sicherlich auch schon gestoßen. Spätestens seit dem 1.1.2014 bei einer Online-Überweisung.

Die IBAN ist eine weltweit gültige Nummer für Ihr Girokonto. Die benötigen Sie normalerweise spätestens ab dem 1.2.2014 wegen der Einführung des neuen EU-Systems SEPA, und zwar nicht nur, um Zahlungen ins Ausland zu leisten oder Zahlungen aus dem Ausland zu erhalten, sondern auch für Zahlungstransfers im Inland. Doch schon jetzt werden Sie bei jeder Online-Überweisung aufgefordert, die IBAN und die BIC einzugeben. 

SEPA-Umstellung: Noch läuft nicht alles rund

Allerdings: Dennoch ist die Migration bei Überweisungen und Lastschriften aktuell noch nicht weit genug fortgeschritten, um am 1.2.2014 einen reibungslosen Übergang zu SEPA zu gewährleisten.

Laut EU-Kommission wurden nach jüngsten Zahlen von Ende November 2013 in den Euro-Staaten rund 64 % aller Geldüberweisungen, aber erst 26 % aller Einzugsermächtigungen im SEPA-Format abgewickelt. 

SEPA-Umstellung: Noch fehlt die endgültige Zustimmung

Bereits am 9.1.2014 hatte die Kommission vorgeschlagen, die Frist für die SEPA-Umstellung um ein halbes Jahr  - also bis zum 1.8.2014 - zu verlängern. Der EU-Ministerrat hat am Mittwoch, dem 22.01.2014 die Entscheidung der Botschafter über die Verlängerung mitgeteilt.

An der Zustimmung der EU-Finanzminister und des Europaparlaments, die dem Aufschub allerdings erst noch zustimmen müssen, zweifelt niemand mehr. Das soll bis Mitte Februar rückwirkend zum 1.2.2014 geschehen.

In der Praxis bedeutet dies, dass die Frist für die Umstellung zwar bis zum 1.2.2014 bleibt. Allerdings dürften die Banken noch bis zum 1.8.2014 Zahlungen in einem anderen als dem SEPA-Format akzeptieren. 

Ebenso dürfen Geldtransfers von Unternehmen und Vereinen noch bis zum 1.8.2014 im bisherigen Format erfolgen.

"IBAN, die Schreckliche" ist vielleicht erst ab dem 1.8.2014 ein Muss

Eigentlich sollten schon ab dem 1.2.2014 europaweit die einheitlichen Kontonummern (IBAN) eingeführt werden, die die alten Zahlenkombinationen ablösen sollten. Weil die IBAN aus 22 langen Ziffern besteht, wird sie auch gern als „IBAN, die Schreckliche“ bezeichnet.

EU und Notenbanken verweisen gern darauf, dass die Zahlenkombination der IBAN leicht zu merken wäre: Sie besteht aus einem Ländercode (für Deutschland DE) und einer zweistelligen Prüfziffer.

Danach folgen die bekannte Bankleitzahl und die vertraute Kontonummer. Wirklich neu ist also nur die Prüfziffer zu Beginn. 

Übrigens können private Verbraucher ohnehin aufatmen: An ihrer verlängerten Übergangsfrist ändert sich nichts. Sie haben noch bis 2016 Zeit, sich auf das SEPA-Verfahren einzustellen.

 

 

Kommentare (1)

15.1.2014, 11:03 Uhr von Matulla Profil ansehen
Wie es jetzt aussieht, ist das IBAN-Chaos vorprogrammiert. Im Online-Banking-Verfahren wollte ich eine Terminübeweisung im Februar 2014 tätigen. Das wurde über die normale Eingabemaske ohne IBAN verweigert. Auf Rückfrage bei meiner Sparkasse wurde mir empfohlen, die bisherigen Kontodaten, die für eine Überweisung erforderlich sind, in die IBAN-Maske einzugeben. Das habe ich nicht gemacht, sondern den Betrag direkt vor dem Fälligkeitstermin übewiesen. Sicher ist sicher.

Sicherlich haben Sie auch schon Post von Ihrer Bank oder Ihrer Versicherung bekommen, dass die bald auf SEPA umstellen. Bald kommt beim bargeldlosen Zahlungsverkehr in Europa diese Vereinheitlichung. meineimmobilie.de informiert Sie darüber, was die SEPA-Umstellung eigentlich für Sie als Immobilienbesitzer und Vermieter bedeutet.

 meineimmobilie.de-Tipp

Schreiben Sie in Ihre Mietverträge anstelle der bisherigen Kontonummer nun die IBAN (= International Bank Account Number) rein und neben der Bankleitzahl noch die BIC. Damit ist für Sie erst einmal die SEPA-Umstellung erledigt.

Übrigens können private Verbraucher ohnehin aufatmen: An ihrer verlängerten Übergangsfrist ändert sich nichts. Sie haben noch bis Februar 2016 Zeit, sich auf das SEPA-Verfahren einzustellen.